Verkauf an Constantia-Gruppe perfekt

17. Oktober 2006, 12:22
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Amag-Sanierer Klaus Hammerer verkauft seine 40 Prozent angeblich um 250 Millionen Euro

Wien - Der Verkauf des oberösterreichischen Aluminum-Konzerns AMAG dürfte nach acht Monaten zäher Verhandlungen endlich unter Dach und Fach sein. AMAG-Sanierer Klaus Hammerer verkauft sein 40-Prozent-Paket an die zum Turnauer-Konzern gehörende Constantia Packaging (CP), berichten die Tageszeitungen "Die Presse" und "Oberösterreichische Nachrichten" (OÖN) in ihrer Freitagausgabe. Der Kaufpreis für die Anteile laut "Presse": 250 Mio. Euro.

Nach Informationen der OÖN haben Hammerer und die Constantia einen letter of intent unterzeichnet, in dem sie sich grundsätzlich auf einen Verkauf der Anteile einigen. Nach einer eingehenden Unternehmensprüfung (Due Diligence) soll der Kauf bis spätestens Ende des Jahres auch formell abgeschlossen sein. Derzeit halten beide Aktionäre je 40 Prozent.

Streit um Belegschaftsanteil

Die AMAG liefert heute schon rund 25.000 Alu-Walzbänder an die Constantia Packaging, die daraus Folien für Spezial-Verpackungen (etwa für Joghurt-Becher und Medikamenten-Dosen) verarbeitet.

Die restlichen 20 Prozent gehören der Belegschaft über eine Stiftung. Über die Frage, ob auch dieses Paket an die Constantia verkauft werden soll, tobt seit Monaten ein Streit zwischen dem Betriebsrat und Hammerer einerseits und dem ÖGB bzw. der AK auf der anderen Seite.

Constantia Packaging bestätigt Due Diligence

Die börsenotierte Constantia Packaging AG hat am Donnerstagabend die beabsichtigte Übernahme eines 40-Prozent-Pakets der Austria Metall AG, Ranshofen (AMAG) bestätigt. Constantia Packaging halte derzeit 25 Prozent plus eine Aktie an der AMAG, geplant sei die Übernahme von weiteren 40 Prozent, die derzeit von der Klaus Hammerer GmbH gehalten werden, teilte die zum Turnauer-Imperium gehörende Constantia Packaging (CP) am Donnerstagabend ad-hoc mit.

Nach längeren Verhandlungen habe man sich jetzt darauf verständigt, dass mit der Durchführung einer eingehenden Unternehmensprüfung (Due Diligence) begonnen werden könne, hieß es.

Zum kolportierten Verkaufpreis von 250 Mio. Euro machte das Unternehmen vorerst keine Angaben.

Die Aktie von Constantia Packaging verlor heute an der Wiener Börse 1,7 Prozent.

Neues Kapitel

Mit dem Verkauf beginnt ein neues Kapital in der wechselhaften Geschichte der Aluschmiede. Nach der Verstaatlichung des von den Nationalsozialisten errichteten Aluwerkes wurde ab Mitte der 80er Jahre kräftig expandiert. Letztlich blieb ein Schuldenberg von 13 Mrd. Schilling (945 Mio. Euro), die Amag wurde das Milliardengrab der verstaatlichten Industrie. Im Jahr 1996 erwarb Hammerer die AMAG günstig und saniert sie.

Die Constantia Packaging Gruppe ist in den Bereichen "Wellpappe" und "Flexible Verpackung" tätig. Rund 6.000 Mitarbeiter stellen in 18 Ländern weltweit Verpackungen aus Aluminium, Kunststoff und Wellpappe unter anderem für die Nahrungs-, Getränke-, Pharma- und Automobilindustrie her. Der Jahresumsatz beläuft sich auf rund eine Milliarde Euro.

Die AMAG ist nach Eigenangaben Österreichs führender Hersteller von Aluminium-Halbzeug- und Gießereiprodukten für die weiterverarbeitende Industrie mit einem Jahresumsatz von rund 700 Mio. Euro. AMAG ist wichtigster Lieferant von Aluminiumvorwalzband für das Geschäftssegment Flexible Verpackungen der CP-Gruppe. (APA)

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    Die Austria Metall Aktiengesellschaft, in Ranshofen.

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