2002: ÖVP in sechs Ländern Erste, FPÖ in keinem mehr

24. August 2006, 15:53
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ÖVP eroberte vier Länder dazu, SPÖ eines - Mit Infografik

Wien - Sechs Bundesländer muss die ÖVP bei der Nationalratswahl am 1. Oktober verteidigen, will sie ähnlich gut abschneiden wie 2002. Die SPÖ lag bei der vorigen Wahl nur mehr in drei Ländern vorne - und die FPÖ war in keinem Land mehr Erste. Und in vier Ländern wurden die Blauen sogar von den Grünen auf den vierten Platz verwiesen - die damit erstmals bei einer Nationalratswahl zumindest auf Länderebene Dritte wurden.

ÖVP-Eroberungen

Vier Länder (Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Salzburg) eroberte die ÖVP 2002 zu den beiden (Tirol und Vorarlberg) dazu, in denen sie schon 1999 stärkste Partei war - und baute sich so einen großen Abstand zur SPÖ auf. Die Sozialdemokraten mussten Niederösterreich, Oberösterreich und die Steiermark an die Volkspartei abgeben. Dass sie den Freiheitlichen Kärnten abnahmen und in Wien und Burgenland Erste blieben, half ihnen da wenig.

FPÖ stürzte ab

Die FPÖ, 1999 noch Erste in Kärnten und Salzburg und Zweite in Wien und der Steiermark, fiel 2002 auf den dritten und in vier Ländern sogar auf den vierten Platz zurück. In Niederösterreich, Wien, Tirol und Vorarlberg schafften es die Grünen auf den dritten Platz, in Salzburg waren sie knapp dran.

Damit teilen sich SPÖ und ÖVP wieder die Ränge eins und zwei in den Ländern - wobei sich das Verhältnis deutlich zu Gunsten der ÖVP verschob. Die SPÖ hat zwar auch in allen Bundesländern zugelegt, aber eben überall deutlich weniger als die ÖVP. Den stärksten Zuwachs konnte die SPÖ in Wien verbuchen (5,92 Prozentpunkte), den schwächsten brachte Tirol mit 1,37 Prozentpunkten.

19 Prozent Plus für ÖVP

In diesem Bundesland verbuchte die ÖVP mit 19,00 Prozentpunkten ihren größten Zugewinn, den vergleichsweise geringsten brachte das Burgenland (11,84). In Tirol lag die ÖVP wieder über 50 Prozent - die einzige absolute Mehrheit auf Landesebene. Das schwächste Ergebnis verzeichnete die Volkspartei in Kärnten mit 30,49 Prozent.

Die FPÖ verlor am stärksten in der Steiermark, nämlich 19,56 Prozentpunkte. Erwartungsgemäß den geringsten Verlust brachte das Burgenland, wo die FPÖ von niedrigem Niveau 14,68 Prozentpunkte einbüßte. Burgenland blieb trotzdem das schwächste Bundesland der FPÖ mit nur mehr 6,36 Prozent. Selbst in Kärnten verloren die Freiheitlichen 15,01 Prozentpunkte gegenüber 1999, kamen aber immerhin noch auf 23,61 Prozent, ihr bestes Ergebnis.

Grüne

Die Grünen legten in ihren beiden schon bisher besten Bundesländern, Wien (4,81 Prozentpunkte) und Vorarlberg (4,49) weitaus am stärksten zu. Das beste Ergebnis brachte die Bundeshauptstadt mit 15,14 Prozent, gefolgt von Vorarlberg mit 14,53. Verloren haben sie nirgends, aber in Kärnten auch nur sehr wenig (0,72 Prozentpunkte) zugelegt. Als traditionell schwierigstes Pflaster der Grünen bestätigte sich das Burgenland, wo mit 4,71 Prozent die Zustimmung wieder am schwächsten war. (APA)

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