Jährlich 2000 Vermisstenanzeigen

5. Oktober 2006, 12:26
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EU plant bis Jahresende einheitliche Hotline für ganz Europa

Pro Jahr werden in Österreich mehr als 2000 Kinder und Jugendliche als abgängig gemeldet. 90 Prozent der Anzeigen können meist rasch widerrufen werden, weil die Gesuchten wieder auftauchen. Oft handelt es sich um klassische "Ausreißer", derzeit sind rund 200 Fälle offen.

Eine internationale Vermisstenfahndung über Interpol wird auf jeden Fall eingeleitet, wenn ein Verbrechen befürchtet wird. Auf der Suchhomepage des Innenministeriums wird derzeit nach zwei Kindern gefahndet: Ingrid (9) und Phillip (6) Ehmann. Die Kinder aus Stein am Anger sind seit 25. November 2004 abgängig, mit großer Wahrscheinlichkeit befinden sich sich bei ihrem Vater Johann Ehmann (53). Dem Mann wurde das Sorgerecht entzogen, sein Aufenthalt ist unbekannt.

Auch die EU-Kommission sammelt Daten von vermissten Personen. Demnach sind in Italien im Vorjahr 1850 Minderjährige spurlos verschwunden, in Belgien 1022 Kinder und Jugendliche. In Großbritannien registriert die Polizei jährlich rund 400 Fälle von Kindesentführungen. Einige Opfer tauchten - ähnlich wie Natascha Kampusch - erst nach Jahren wieder auf. Bis Jahresende will die EU eine europaweite, rund um die Uhr besetzte Hotline für Vermisstenfälle schaffen. (simo, DER STANDARD - Printausgabe, 25. August 2006)

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