Opfer musste Entführer mit "Gebieter" ansprechen

Redaktion, 24. August 2006 19:09

Täterprofil: Unauffällig, unbescholten, kontaktscheu - Ein Bekannter hat Kampusch ein Mal gesehen - Rätsel um Beweggründe

Wien - Als unauffälligen Einzelgänger, unbescholten und zurückgezogen beschreiben Angehörige und die wenigen Freunde von Wolfgang P. (44) den Entführer von Natascha Kampusch. "Kontaktscheu" sei er gewesen und ein "Technikfreak", haben die Ermittler zu hören bekommen, sagte Erich Zwettler vom Bundeskriminalamt. Erst in jüngster Zeit sei er keiner geregelten Arbeit nachgegangen. Wolfgang P. ließ sich von seinem Opfer zumindest in den ersten Jahren mit "Gebieter" ansprechen, erzählte der Kriminalist. Von früheren Fluchtversuchen habe das Mädchen nicht berichtet, bis sich gestern die unerwartete Chance ergab, in einen anderen Garten zu flüchten.

Zwei Bekannte

Offenbar habe der Mann nur zwei Freundschaften gepflegt. Ein Freund war der Bekannte, den er am Mittwoch nach seiner Flucht um Hilfe gebeten hat, und einenen zweiten Bekannten, mit dem er in Wien eine Immobilien-Firma betrieben haben soll. Alle zwei Männer reagierten höchst überrascht, als sie vom Doppelleben des Wolfgang P. erfuhren. Einer der beiden Bekannten habe Natascha Kampusch in der Zeit ihrer langen Gefangenschaft ein Mal kurz gesehen.

Beweggründe

Die Beweggründe von P., das zehnjährige Mädchen am 2. März 1998 in seinen Kastenwagen zu zerren, liegen laut Zwettler im Dunkeln. Zwar gebe es eine räumliche Nahbeziehung zwischen dem ehemaligen Wohnort von P. in der Rugierstraße und Nataschas elterlicher Wohnung in einem Gemeindebau am Rennbahnweg, beide in Wien-Donaustadt. "Es könnte aber genauso gut ein spontaner Entschluss von ihm gewesen sein." Der weiße Mercedes-Kastenwagen befand sich bis zuletzt im Besitz des 44-Jährigen und wird jetzt kriminaltechnisch untersucht.

Zur emotionalen Verfassung des Entführungsopfers sagte Zwettler: "Sie ist sehr ruhig. Für uns steht im Vordergrund, sie psychisch zu stabilisieren und ihr Sicherheit und Vertrauen zu vermitteln." Bei den umfangreichen Befragungen, die der 18-Jährigen noch bevorstehen, bestehe überhaupt kein Zeitdruck mehr: "Es dauert so lange, wie es dauert." Das Vorgehen der Polizei gründe sich dabei auf einen mit psychologischen Sachverständigen entwickelten Plan.

Die 18-Jährige habe "ziemlich gefasst" auf die Todesnachricht reagiert, berichtete Zwettler. "Sie hat offenbar irgendwie damit gerechnet. Er hatte ihr gesagt: 'Lebend erwischen die mich nie'. Er war jahrelang ihre einzige Bezugsperson", sagte Zwettler. Eine emotionale Bindung an den Entführer - Stichwort Stockholm-Syndrom - könne in solchen Extremsituationen "schon nach drei, vier, fünf Tagen" auftreten. "Man kann davon ausgehen, dass das in diesem Fall zutrifft."

Kampusch verbrachte die meiste Zeit im Verlies

Noch dauern wird auf jeden Fall die Untersuchung des Hauses in Strasshof, das Natascha Kampusch nach bisherigen Zeugenaussagen offenbar erst im Frühjahr dieses Jahres, acht Jahre nach ihrer Entführung, fallweise verlassen durfte. "Das Haus ist riesig mit vielen Zimmern und es ist vollständig unterkellert. Es wird drei Tage dauern, bis die Spurensicherung abgeschlossen ist", so Zwettler. Offenbar habe Natascha tatsächlich die meiste Zeit in der zum Verlies umgebauten Montagegrube in der Garage verbracht.

Umbau vor der Entführung

Die Ermittler hätten den Eindruck, dass das Verlies vor der Entführung sorgfältig geplant worden sei. Wann genau, war zunächst nicht bekannt. Laut dem Bürgermeister liegen keine Anträge auf Um- oder Einbauten für die Montagegrube in der Garage des Hauses vor. Diese dürften also ohne Bewilligung erfolgt sein.

Spekulationen: Emotionalisierung war fortgeschritten

Warum der Entführer zuletzt unvorsichtiger geworden ist, darüber kann nur spekuliert werden. "Vielleicht ist ihre Emotionalisierung so weit fortgeschritten, dass sie irgendwann versucht hat, ein 'normaleres' Leben zu führen. Vielleicht hat es ihn nicht mehr so interessiert. Vielleicht war es auch etwas ganz Anderes", wehrte der Kriminalist Mutmaßungen ab.

Verwandte wohnten nebenan

Die Befragungen der Nachbarn gehen weiter. Doch selbst Verwandte die neben dem Haus des Entführers wohnten haben in all den Jahren nichts bemerkt. (APA)

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Wilhelm Steinitz
24.08.2006 19:38
"Opfer musste Entführer mit 'Gebieter' ansprechen"

Das klingt für mich nach einer schweren narzisstischen Persönlichkeitsstörung des Täters.

oregus
24.08.2006 19:08
...makaber die hetz(e)....

also irgenwie find ich das weitere procedere der freigekommenen natascha doch sehr makaber!
hat das arme mädchen mehr als 8 jahre in einem verlies eingesperrt dahinvegetiert, so ist sie kaum in freiheit, wieder in eine wolldecke eingehüllt, um anscheinend ja nicht das tageslicht erblicken zu dürfen!
so grotesk-makaber das ganze vielleicht aufgrund der fotoreportagen auch erscheinen mag, so wär es doch absolut loyal und vor allem für die junge frau förderlich nicht in die öffentlichkeit verhüllt gezerrt zu werden!
das an sich ist fast genauso kriminell, wie die jahrelange entführung!
die medienmeute hetzt das arme opfer weiter...!!!

Kraxn
24.08.2006 19:02
Arg ist ja auch dass der Mann damals sogar...

Arg ist ja auch dass der Mann damals sogar
als einer der Verdächtigen vernommen wurde, weil er ja auch enen weissen Kastenwagen hat.

Das da die Polizei nicht routinemässig eine Hausdurchsuchung bei Verdächtigen macht, ob was zu finden (Leiche, oder das Mädchen im Haus von Zeit zu Zeit) ist, verstehe ich echt nicht. Polizeiliche Glanzleistung. Da kommt ja die GIS wegen jedem Fernseher öfter in Haus.

Gab ja schon mal so fälle wo Kinder gefangen gehaten wurden.

shoto kan
24.08.2006 20:21
Nun laut...

anderen Medienberichten wurden ca. 1000 Besitzer weißer Kastenwagen verhört. Sollte man bei allen eine Hausdurchsuchung machen?

Nachher ist so eine Kritik immer leicht...

franziskus fiala
26.08.2006 22:59
na 1000 Besitzer

sicher nicht , aber die Fahrer dieser Fahrzeuge hätten doch ein Alibi vorweisen müssen. Kein Alibi - dann Hausdurchsuchung. Wer gab Wolfgang P. ein Alibi ?
Wurde dass überprüft ? Steht nix in den Zeitungen.

Factory Prime
24.08.2006 18:31
täterprofil??

Unauffällig, unbescholten, kontaktscheu....

wäre das nicht grund genug gewesen den herrn genauer unter die lupe zu nehmen???
schlimmer patzer!!!!

franziskus fiala
26.08.2006 23:03
Und was war mit dem Alibi ?

Was für ein Alibi hat er für die Tatzeit gehabt.
Danach fragt von den Zeitungsfritzen kein einziger.
Und wieviel Hausdurchsuchungen wurden bei den
Ermittlungen seinerzeit durchgeführt - nix davon steht in der Zeitung. Die schlafen dort alle.

Titus Feuerfuchs
24.08.2006 18:59
schlimmer Rückschaufehler!

simple Psychologie.

Hubertos
24.08.2006 18:25
Anstatt das die Medien alle Grauslichkeiten

für die Quote ausschlachten, wärs gscheiter das Leben des Täters aufzurollen und zu hinterfragen wie der zu so einem Psycho geworden ist, das würd mehr weiterbringen.

franziskus fiala
26.08.2006 23:04
des bringt rein gar nix.

Wieso war die Polizei bei der Alibiüberprüfung so schlapig ? Da hätten sie ihn schon damals erwischen müssen.

rough_rider
24.08.2006 18:14
und irgendwelche idioten hier

haben auch noch verständnis oder mitleid für dieses kranke gehirn, dass sich feigerweise das leben genommen hat

franziskus fiala
26.08.2006 23:06
Der Typ war doch ein Kontrollfreak

Festnahme durch die Polizei wäre doch ein Alptraum und totaler Verlust seiner Kontrolle gewesen. Da hat er lieber die Eisenbahn gewählt - seine letzte Kontrolle.

g p m x
24.08.2006 17:57
wessen verwandte?

... Doch selbst Verwandte die neben dem Haus des Entführers wohnten ...

Gerald Bäck
24.08.2006 17:18

Im Herbst zum Start von Vera sind zumindest Ihre Eltern zu Gast und rechtzeitig vor Wiehnachten wird ein Buch erscheinen. wetten?

Quasis Herr Karl
24.08.2006 18:39
G e w o n n e n !!!

nemo sander
24.08.2006 18:33
wenn die einnahmen des buches

dem opfer alleine zu gute kommen, ist das eine sehr gute sache.

franziskus fiala
26.08.2006 23:08
Was traümst du da vor dich hin

Ein Author bekommt max 10% vom Verkaufspreis oder sollen alle anderen dabei umsonst arbeiten - was hast du für eine Vorstellung vom Leben ?

Tschingis Khan
24.08.2006 17:57

glaubst du echt sie graben ihre Mutter wieder aus, du Dodl?

bor
24.08.2006 23:10

Seit wann ist die Tot?

der schönste mann v. wien
 
24.08.2006 18:19
der russwurm ist alles zuzutrauen...

Daniel Dillinger
24.08.2006 17:22

Und? Haben Sie ein Problem damit?

europaeer.
24.08.2006 18:19
naja

irgendwer muss ja für die quoten sorgen, d.d. ist anscheindend dabei!

allexxa
24.08.2006 17:18

"...unauffälligen Einzelgänger, unbescholten und zurückgezogen.." --> wieder mal so ein Perverser!

albtraum
24.08.2006 17:59

wenn ich dich richtig verstehe geht mir das auch am nerv und mir sind solche aussagen extrem suspekt: das ganze normalitätsgeschwafel ist eine einzige freakshow. was das für ein licht auf einen selber wirft könnte sich jeder der angehörigen mal überlegen, der diesen menschen so ganz normal empfunden hat

Randolph Carter
24.08.2006 17:31
ja ...

weil es nicht nur peinlich sondern auch geschmacklos ist wenn so etwas zur Abendunterhaltung bei irgendeiner Betroffenheitstante wird.

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