Sofiensäle sollen vor nächstem Winter geschützt werden

22. August 2006, 20:20
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Konkretes Nutzungskonzept ist noch offen - Thema "Wohnen" soll eine Rolle spielen, Clubbings "wird es nicht geben"

Wien - Die Wiener Sofiensäle sollen vor dem nächsten Winter geschützt werden - das betonten Barbara Neubauer vom Bundesdenkmalamt und ARWAG-Generaldirektor Franz Werner Hauberl in einer gemeinsamen Pressekonferenz in der Brandruine am Dienstag. Nach wie vor gibt es jedoch kein konkretes Nutzungskonzept für einen der ehemals beliebtesten Veranstaltungsorte der Bundeshauptstadt, der im Sommer 2001 ein Raub der Flammen geworden war.

Keine "extreme Nachtnutzung"

Das Thema "Wohnen" werde allerdings eine Rolle spielen, verriet Hauberl - dessen Unternehmen das Gebäude inzwischen besitzt. Eine "extreme Nachtnutzung" wie der Vorbesitzer habe man nicht im Sinn. Dadurch habe man sich nur das Umfeld zum Feind gemacht. "Clubbings wird es nicht geben", stellte Hauberl klar. Angedacht seien allerdings "temporäre Kleinveranstaltungen" wie etwa Vernissagen. Hinsichtlich eines finanziellen Limits für den Bau wollte sich Hauberl nicht äußern.

Die ARWAG werde für den Schutz des Denkmals vor der Witterung sorgen, insoweit dieser von Seiten der Experten des Bundesdenkmalamtes und von Chefrestaurator Gerald Hollnbuchner als zweckmäßig eingeschätzt werde, hieß es bei der ARWAG. Man strebe eine Baugenehmigung für den Herbst 2007 an, erklärte Hauberl. Sanierungsmaßnahmen im denkmalgeschützten Bereich könnten jedoch früher stattfinden.

Denkmalgeschützt sei der Bereich des ehemaligen Konzert- und Ballsaals inklusive der Wände sowie der Vorbau samt Säulen, sagte Neubauer. Nicht betroffen sei allerdings die Bühnenwand und das seit nahezu einem Jahrhundert nicht mehr in Betrieb gewesene Schwimmbecken, so Neubauer.

Originalgetreue Wiederherstellung von Ausstattungselementen

Restaurator Hollnbuchner wurde von der ARWAG beauftragt, Abdrücke der vorhandenen künstlerisch und architektonisch wertvollen Bauglieder und Ausstattungselemente herzustellen, damit jene, die im Zuge des Brandes beschädigt wurden, originalgetreu wiederhergestellt werden können. Er werde sich dem "Schmuck" wie etwa den großen Konsolen und den Umrahmungen der Fenster widmen, erklärte Hollnbuchner. Beginnen wolle er mit seiner Arbeit spätestens am Montag, abgeschlossen solle sie Mitte Oktober sein.

Die Sofiensäle waren am 16. August 2001 ein Raub der Flammen geworden. Flämmarbeiten hatten zu einem Großbrand geführt, der den Bau, der bis dahin zu den beliebtesten Veranstaltungsorten der Hauptstadt gehörte, beinahe vollständig zerstörte. Seitdem ist von dem Gebäude nur mehr eine denkmalgeschützte Ruine übrig.

Von Beginn an gab es die Diskussion, was mit den Überresten des einst prunkvollen Baus geschehen soll. Der Eigentümer Sofiensäle AG hatte sich dabei wiederholt gegen eine Sanierung ausgesprochen und beim Verwaltungsgerichtshof geklagt, um die Ruine abtragen zu können.

Die ARWAG hatte das Gebäude Ende Jänner von der Sofiensäle AG des Bauunternehmer Julius Eberhardt übernommen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die ARWAG ist ein gewerblicher Bauträger, an dem unter anderen die Stadt Wien, die Erste Bank, der Zuwanderer-Fonds und die der Bank Austria Creditanstalt nahe stehende Immobilien Holding GmbH beteiligt sind. (APA)

  • Für die Sofiensäle gibt es noch kein konkretes Nutzungskonzept, fix ist allerdings, dass es keinen Clubbing-Betrieb geben wird.
    foto: standard/christian fischer

    Für die Sofiensäle gibt es noch kein konkretes Nutzungskonzept, fix ist allerdings, dass es keinen Clubbing-Betrieb geben wird.

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