OSZE verstärkt Bemühungen zur Bekämpfung des Menschenhandels

20. Juni 2000, 19:40

Schutz und die Rehabilitierung der Opfer im Auge haben

Wien - Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) will sich in Zukunft verstärkt mit der Bekämpfung des Menschenhandels beschäftigen. Zum Abschluss einer zweitägigen Konferenz zu diesem Thema in Wien wurden am Dienstag bei einer Sitzung, an der eine Reihe von Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) teilnahmen, zahlreiche Empfehlungen erarbeitet. Die OSZE-Vorsitzende, Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V), hatte kürzlich die frühere Frauenministerin Helga Konrad (S) als Koordinatorin für Südosteuropa ernannt.

"Der Handel mit Menschen ist ein schweres Verbrechen und eine Verletzung grundlegender Menschenrechte", sagte der österreichische Botschafter Christian Strohal, der bei den Beratungen den Vorsitz führte. Strohal sprach sich laut einer OSZE-Aussendung für eine zweifache Strategie bei der Bekämpfung des Menschenhandels aus. Diese sollte einerseits darauf ausgerichtet sein, die Menschenhändler vehement zu verfolgen und zu überführen, andererseits mit eben solcher Vehemenz den Schutz und die Rehabilitierung der Opfer im Auge haben.

Am Montag hatte die OSZE eine alarmierende Bilanz zm Thema Menschenhandel vorgelegt. Millionen Männer, Frauen und Kinder werden jährlich weltweit verkauft und wie Sklaven behandelt. Betroffen seien vor allem junge Frauen und Mädchen, die meist zur Prostitution gezwungen werden. Allein 1997 wurden ungefähr 175.000 Frauen und Mädchen aus Mittel- und Osteuropa sowie den GUS-Staaten verschleppt - viele von ihnen in andere OSZE-Staaten. (APA)

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