Vom Ferienbörsel ins Fotoalbum

2. Oktober 2006, 13:51
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Was tun mit Münzen und Scheinen aus dem Urlaubsland? Ein Tausch in Euro lohnt sich nur selten. Meist ist der Erinnerungswert höher

Wien - Nicht immer gelingt es, im Urlaub das "letzte" Geld auch auszugeben. Was aber tun mit den kleinen Beträgen ausländischer Währungen, wenn der Urlaub vorbei ist?

"Ein Umtausch in Euro lohnt meist nicht", erklärt Wolfgang Machacek vom Produktmanagement für Zahlungsverkehr der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA). Denn die Spesen, die beim Rücktausch anfallen, übersteigen meist den Wert des Urlaubs-Restgeldes.

Ein Vergleich: Die BA-CA verrechnet 1,25 Prozent vom Kurswert, jedoch mindestens 4,20 Euro. Wer kein BA-CA-Kunde ist, den kostet der Tausch drei Prozent und mindestens 4,20 Euro. Die Erste Bank tauscht für 1,5 Prozent und mindestens 3,50 Euro. Teurer ist das Tauschgeschäft für Laufkunden: Sie müssen drei Prozent und mindestens 3,50 Euro berappen. Die Raiffeisen Landesbank Niederösterreich-Wien wechselt zu 1,5 Prozent und mindestens 3,63 Euro, und die Bawag P.S.K. verlangt 1,5 Prozent und mindestens 2,50 Euro.

Der nächste Urlaub . . .

. . . kommt bestimmt. Daher können Restbeträge auch aufgehoben werden, wenn man vorhat, das jeweilige Land erneut zu besuchen. Das Aufheben für den nächsten Urlaub lohne jedoch nur, "wenn der Währung keine starke Abwertung droht", erklärt Machacek. Türkische Lira aufzuheben könnte etwa riskant sein. Denn die Währung könnte im nächsten Urlaub mitunter schon viel weniger wert sein.

Der US-Dollar hingegen kann in mehreren Ländern als Zahlungsmittel verwendet werden. Ihn aufzubewahren mache daher Sinn. Beim Rücktausch des Dollars könne auch auf einen guten Kurs spekuliert werden.

Euro in Slowenien

Aufpassen sollte, wer noch slowenische Tolar besitzt. Denn Slowenien führt 2007 den Euro ein. Mit slowenischen Tolar kann zwar in einer Übergangsphase in Slowenien noch gezahlt werden. In Österreich können ab 2007 alte Bestände von slowenischen Tolar nicht mehr bei den Banken getauscht werden.

Ausländisches Geld kann auch für wohltätige Zwecke gespendet werden. Derartige Boxen, wo jede Währung willkommen ist, finden sich etwa an Flughäfen oder beim Wiener Stephansdom. Von Spenden via Erlagscheinen sei abzuraten, so Machacek, denn nicht jede Organisation ist für ausländisches Geld gerüstet. Es gebe jedoch immer wieder Aktionen, bei denen jede Währung akzeptiert werde.

Bei vielen Währungen sei der Erinnerungswert meist jedoch ein höherer als der Tauschwert. Daher lautet ein Expertentipp: "Ab mit den restlichen Münzen und Scheinen ins Fotoalbum." (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.8.2006)

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    Türkische Lira sollten im Urlaub ausgegeben werden. Denn die Scheine für den nächsten Urlaub aufzuheben, zahlt sich meist nicht aus. Durch eine Abwertung kann das Geld im nächsten Jahr schon viel weniger wert sein.

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