Rot und Grün kritisieren "Herunterspielen" der Pisa-Studie

16. Juli 2007, 11:12
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Niederwieser warnt vor einem "Weiterwurschteln" - Brosz: Gehrer versucht, ihr Versagen zuzudecken

Wien - Die Bildungssprecher von SPÖ und Grünen haben die Aussage von Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer (V), wonach die PISA-Studie "in Österreich stark überbewertet" werde, scharf kritisiert. Erwin Niederweiser (S) bezeichnete dieses "Herunterspielen" als inakzeptabel. Dieter Brosz (G) meinte, mit der Abwertung der PISA-Studie versuche Gehrer, "ihr Versagen in der Schulpolitik zuzudecken".

"Keine Ziele mehr"

"Im Gegensatz zur Bildungsministerin möchte die SPÖ ein österreichisches Schulsystem, das zu den besten der Welt gehört", so Niederwieser. Das SPÖ-Bildungsprogramm habe die Konsequenzen aus PISA gezogen und weise viele Parallelen zum Endbericht der renommierten, von Gehrer selbst eingesetzten Zukunftskommission auf. Von Gehrer hingegen könnten sich Österreichs Schüler, Eltern und Lehrer bildungspolitisch nichts mehr erwarten - das bestätige auch das heutige Interview der Ministerin mit der APA. "Gehrer hat überhaupt keine Ziele mehr und agiert nach dem Motto 'weiterwurschteln wie bisher'", kritisierte Niederwieser.

Europaweit gelobt

Brosz betonte, in ganz Europa werde die PISA-Studie gelobt, "weil erstmals nicht Fachwissen, sondern zusammenhängendes, anwendungsorientiertes Denken im Mittelpunkt stand. Wer die PISA-Fragen liest, wird oft nicht einmal sagen können, in welchem Gegenstand das notwendige Wissen erworben wurde, um sie zu beantworten. Mit Auswendiglernen kommt man bei PISA nicht weit. Im Gegensatz dazu beurteilen Zeugnisnoten in Österreich immer noch vor allem Fachwissen."

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