Drohendes Entsetzen

13. Oktober 2006, 12:44
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Laut Informationen spanischer Ermittler könnte auch in Deutschland ausgedehntes Doping-Netzwerk existieren

Berlin - Die Enttarnung eines möglichen deutschen Komplizen im spanischen Doping-Ring um den Mediziner Eufemiano Fuentes ist offenbar erst der Anfang: Nach Informationen spanischer Ermittler könnte es sich in Deutschland um ein ähnliches Doping-Netzwerk wie auf der iberischen Halbinsel handeln.

"Wir haben Hinweise erhalten, dass der beschuldigte Arzt den Spanier Fuentes mit Doping-Präparaten versorgt haben soll. Wir prüfen nach der Sicherstellung der Unterlagen nun, was geliefert wurde, ob und wie viel Geld geflossen ist. Wir können nicht ausschließen, dass dabei noch andere Helfer beteiligt waren", erklärte Hans-Dieter Apel, leitender Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Göttingen am Freitag der dpa.

Peter Danckert, der Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, weiß offenbar schon mehr. "Ich bin ziemlich sicher, dass in den nächsten Tagen noch einiges auf den Tisch kommt, was uns dann wieder entsetzen wird. Ich kann da noch keine Einzelheiten sagen. Das muss ja alles auch handfest recherchiert werden", sagte Danckert dem Nachrichtensender N24.

Kistenweise Dokumente

Am Vortag waren sowohl am Wohnort des beschuldigten Arztes in Niedersachsen sowie in der 20 Kilometer entfernten Helios-Klinik im thüringischen Bleicherode kistenweise Dokumente, Computer-Dateien und Konto-Auszüge sichergestellt worden. "Ich bestätige nichts, aber es gehört zum Standard solcher Ermittlungen, dass Liefer-Papiere, Konto- Bewegungen und EDV-Dokumente gesichert werden", sagte Apel nach den Razzien. In den kommenden Wochen werden die beschlagnahmten Gegenstände nun einer eingehenden Prüfung unterzogen, auch will man den Beschuldigten voraussichtlich noch zu weiteren Tatbeständen befragen, fügte der Oberstaatsanwalt hinzu.

Die spanische Zeitung "El Pais" hatte schon vor mehreren Tagen berichtet, dass der des Dopings überführte Tour-de-France-Sieger Floyd Landis aus den USA auch Kontakte zu einem deutschen Arzt gehabt haben soll. Wie Hans-Dieter Apel erklärte, lägen der Staatsanwaltschaft dazu noch keine näheren Erkenntnisse vor. (APA/dpa)

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