"Power-Nap" statt Burnout

30. Oktober 2006, 09:34
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Siesta Consulter Mario Filoxenidis berät Unternehmen bei der Einführung des Power-Nap

"Den Geistesblitz hatte ich im Haus meiner Eltern am Peloponnes, nach der Siesta", erzählt der sichtlich entspannte Mario Filoxenidis: "In keiner Produktivitätsrechnung wird Müdigkeit berücksichtigt. Daher wollte ich mich beruflich mit dem Einfluss des Schlafs auf Leistungsfähigkeit und Lebensfreude beschäftigen."

Dann gründete der Unternehmer griechischer Herkunft im Sommer 2001 Siesta Consulting und berät seither Firmen bei der Einführung von Mittagsschläfchen. "In unserer Wissensgesellschaft müssen wir hauptsächlich mit dem Hirn arbeiten. 50 Prozent aller Menschen haben aber ein Mittagstief, bei dem Aufmerksamkeit und Output sinken", so Filoxenidis.

Daher seien kurze, etwa 20 Minuten lange Ruhepausen nach dem Mittagessen sehr sinnvoll, um die Leistungsfähigkeit wieder zu steigern. Das kann ein kurzer Energieschlaf – ein so genannter "Power-Nap" – sein oder ein erholsamer Spaziergang. International ist ein kurzer Schlaf während der Arbeitszeit längst nichts Ungewöhnliches mehr. Filoxenidis: "Wenn amerikanische oder japanische Firmen wichtige Verhandlungen führen, die mehrere Tage lang andauern, ist meistens ein Schlafmediziner dabei. Das verschafft den Beteiligten einen entscheidenden Vorteil."

Hemmschwellen

Außerdem sind in einigen Berufsgruppen Pausen auch arbeitsrechtlich vorgeschrieben, etwa bei Fernfahrern, Ärzten, Fluglotsen oder Lokführern. In Österreich war der Siesta Consulter bereits für Kunden wie Siemens oder die Steiermärkische Sparkasse tätig. "Bei der Sparkasse empfiehlt das Top-Management die Nutzung der Ruheräume. Das nimmt Mitarbeitern natürlich die Hemmschwelle", erklärt Filoxenidis.

In der Praxis sieht das dann so aus, dass in größeren Unternehmen ein oder mehrere Ruheräume eingerichtet werden, die mit Betten, Liegestühlen oder Futons ausgestattet sind. Wenn gerade alle Plätze besetzt sind, muss man eben noch ein wenig warten. "Das ist aber kein Problem, denn es haben nicht alle ihr Mittagstief zur selben Zeit, und nicht jeden Tag ist diese Pause notwendig oder sinnvoll." (bm)

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