Beschleunigung, Globalisierung, Digitalisierung und Zeitmangel bestimmen künftige Arbeitsverhältnisse

28. August 2006, 09:01
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So der dänische Zukunftsforscher Johann Peter Paludan in einem Interview mit der Computerwoche

Arbeitnehmer werden sich auf verstärkten Zeitdruck durch Abgabetermine, wechselnde Jobs und virtuelle Projektteams einstellen müssen, sagt der dänische Zukunftsforscher Johann Peter Paludan in einem Exklusiv-Interview mit der IT-Wochenzeitung Computerwoche. Laut Paludan werden mehr und mehr Deadlines die Arbeitszeiten bestimmen. Durch ein fehlendes formales Arbeitsende hätten somit Arbeitnehmer das Gefühl, ständig arbeiten zu können und Aufgaben immer besser erledigen zu müssen. "Das produziert ein permanent schlechtes Gewissen", so Paludan. Hinzu kommt oftmals ein Gefühl der Zerissenheit zwischen Arbeit und Familie. "Zerrissen zwischen beidem drehen wir uns schneller und schneller im Hamsterrad - und scheitern", prophezeit der Forscher. Die Folge seien zunehmend virtuelle Arbeitsverhältnisse, meint Paludan. Durch diese hofften die Arbeitnehmer, alles unter einen Hut zu bringen. Eine Gefahr des virtuellen Arbeitsverhältnisses sei jedoch ein Verlust an Qualifikation, denn der Arbeitnehmer kann Entwicklungen am Arbeitsplatz nicht mehr verfolgen.

"Phasen als Festangestellte und als Freie wechseln sich ab"

Parallel werde die Netzwerkökonomie an Bedeutung gewinnen, denn Arbeit werde zunehmend in Projektteams durch Freiberufler erledigt, ist sich Paludan sicher. Das Problem dabei: Einerseits nähmen externe Mitarbeiter jedes Mal für das Unternehmen wichtiges intellektuelles Kapital mit. Andererseits müsse jeder Freiberufler einmal festangestellt gewesen sein, um zu wissen, wie Firmen ticken, erklärt der Forscher in der Zeitschrift. "Phasen als Festangestellte und als Freie wechseln sich ab", sagt Paludan. Patchwork-Karrieren gehöre die Zukunft, da sie den Bedürfnissen des Marktes entsprächen.

"Sie sagen: Kommt, lasst uns was Neues ausprobieren"

Mit dem zunehmenden Bedarf an Menschen, die mit anspruchsvollen Tätigkeiten zurecht kommen, wird aber auch ein wachsender Teil der geringer qualifizierten Arbeitskräfte nicht mehr gebraucht. Diese Kräfte mit anderen Aufgaben aufzufangen, wird die große Herausforderung der Zukunft, ist sich Paludan sicher. Der ständige Wandel sei allerdings für die in den 70er Jahren Geborenen allerdings keine Belastung, für sie gehöre er zur Normalität. "Sie sagen: Kommt, lasst uns was Neues ausprobieren", erklärt der Zukunftsforscher in der IT-Wochenzeitung.(red)

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