Wrabetz ist ORF-Chef Nummer Sieben

9. Oktober 2006, 16:56
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Bacher, Oberhammer, Podgorski, Zeiler, Weis, Lindner, Wrabetz

Mit 1. Jänner 2007 steht mit Alexander Wrabetz der erste Generaldirektor an der Spitze des Österreichischen Rundfunk. Bisher haben sechs Personen - davon fünf "Generalintendanten" und eine "Generaldirektorin"- die Geschicke des Medienriesen gelenkt: Gerd Bacher, Otto Oberhammer, Thaddäus (Teddy) Podgorski, Gerhard Zeiler, Gerhard Weis und die nun abgewählte Monika Lindner.

Bacher

Mehr als eine Amtszeit hat bisher nur der "Tiger" Gerd Bacher geschafft: Er wurde insgesamt fünf Mal zum ORF-General bestellt und stand - mit Unterbrechungen - 20 Jahre lang an der Spitze der öffentlich-rechtlichen Anstalt. Erstmals wurde er am 9. März 1967, nach der Rundfunkreform, GI und im März 1971 wiederbestellt.

Oberhammer

1974, drei Monate nachdem die SPÖ unter Bruno Kreisky gegen die Stimmen von ÖVP und FPÖ das neue Rundfunkgesetz beschlossen hatte, verfehlte Bacher die Mehrheit im Kuratorium. Er wurde von Otto Oberhammer, Sektionschef im Justizministerium, abgelöst. Dieser wurde im frisch konstituierten ORF-Kuratorium zunächst für drei Monate provisorisch, im Jänner 1975 schließlich definitiv bestellt.

Podgorski

1978 kehrte Bacher zurück und blieb zwei Funktionsperioden lang, bis er 1986 Teddy Podgorski unterlag. 1990 aber wollte es der "Tiger" noch einmal wissen und hielt ein letztes Mal für vier Jahre im 6. Stock des ORF-Zentrums am Küniglberg Einzug.

Zeiler

Definitiv zu Ende ging die "Ära Bacher" im Oktober 1994, als Gerhard Zeiler die Pedale der "Medienorgel" ORF übernahm. Doch auch er hatte nach vier Jahren genug und verabschiedete sich nach Köln, wo er als Geschäftsführer des Privatsenders RTL werkte. Im Jahr 2004 zog er sich dort aus dem operativen Geschäft zurück und ist seither Chef der RTL-Group.

Weis

Gerhard Weis trat im Oktober 1998 Zeilers Nachfolge an. Seine Funktionsperiode, die eigentlich auf vier Jahre - bis Oktober 2002 - angelegt war, wurde auf Grund der ORF-Reform von der Schwarz-Blauen Regierung verkürzt. Unter den Vorzeichen des neuen ORF-Gesetzes kandidierte er zwar noch einmal, unterlag letztlich aber der Niederösterreichischen Landesintendantin Monika Lindner, die auf die Untersützung von ÖVP und FPÖ zählen konnte.

Lindner

Mit Monika Lindner trat vor knapp fünf Jahren, am 1. Jänner 2002, erstmals eine Frau an die Spitze des ORF. Weiteres Novum ihrer Amtszeit: Lindner trug als erste den Titel "Generaldirektorin" statt - wie zuvor üblich - "Generalintendant".

Wrabetz

Trotz des zähen Ringens der ÖVP um ihre Wunschkandidatin, ist sie bei der Wahl am 17. August ihrem Kontrahenten, dem ehemaligen Kaufmännischen Direktor Alexander Wrabetz unterlegen. (APA)

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