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Mit Bauchgefühl zu Amadé

8. Oktober 2007, 15:27
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Das satirisches Musiktheaterwerk "Die Weberischen" nähert sich dem Jubilar Mozart entschieden philosophiefrei

Nach zwei Dritteln des Mozart-Jahres 2006 könnte er eigentlich schon ein ziemlich guter Bekannter sein, dieser Mensch des 18. Jahrhunderts - eine außerordentliche Spezialbegabung, der über diese hinaus bisweilen nicht so viel Überblick hatte.

In der Regel näherte man sich dem abstrakten Wesen W.A.M. ganz seriös mit Thesen anhand einer Ideengeschichte und landete, auch aus Bequemlichkeit, bei den Männern rund um Mozart und deren Einflüssen: vom Barockkatholiziskus (Vater Leopold und der Fürsterzbischof) über Rokoko und Aufklärung (Librettist Da Ponte und Kaiser Joseph II.) bis zu den Anfängen der Deutschtümelei (Theatermann Schikaneder).

Übersetzt musste ohnedies werden: Die fröhlich rokkokohafte Turquoiserie der "Entführung aus dem Serail" mit seinem osmanischen Mohren fragt etwa deutlich nach Nachjustierung für die Gegenwart. Aber dass in den Operninszenierungen ohne soviel Notwendigkeit, dafür mit einiger Verschmitztheit auch mit den Geschlechterverhältnissen frei umgegangen wurde, deutete schon auf ein Bedürfnis, eine Fragestellung hin:

Ja, richtig, der Komponist unter dem Einfluss eines Netzwerks von Frauen - der Familie Weber, in die er eingeheiratet hatte. Die Produktion "Die Weberischen", eine Uraufführung in der Halle E im Museumsquartier, eine Koproduktion des Wiener Mozartjahres und der Vereinigten Bühnen Wien, stellt scharf auf dieses Verhältnis. Der beauftragte Autor Felix Mitterer nimmt den bekannt gerne mal blumig-derben Konversationston jener Ära als Vorbild für ein erklärt schwarzhumoriges, satirisches Musiktheaterwerk mit den einschlägig profilierten Tiger Lillies, mit Freude an Ausstattung, mit um die altehrwürdigen Partituren herumgruppierten Kompositionsaufträge an Martyn Jacques, arrangiert von Christian Kolonovits. (red)

  • Artikelbild
    foto: © vbw/oliver hadji
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