YouTube in Verhandlungen mit Musiklabels

19. Oktober 2006, 15:18
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Plattform will Musikvideos online stellen - Finanzierung durch Werbeeinnahmen

Das Videoportal YouTube will in Zukunft eine breite Palette an Musikvideos anbieten. Wie das Unternehmen verlautbaren ließ, laufen derzeit Gespräche über potenzielle Partnerschaften mit verschiedenen großen Musiklabels. Damit will YouTube sich über das bisherige Angebot, das hauptsächlich auf Amateurvideos basiert, zu einem Anbieter für Mainstream-Unterhaltung erweitern. Wie die Zusammenarbeit mit den Musikfirmen im Detail aussehen wird, ist noch nicht geklärt. Auf jeden Fall wolle man ein Modell ausarbeiten, das die Videos den Usern gratis zur Verfügung stellt, heißt es seitens YouTube.

18 Monate

Innerhalb der kommenden sechs bis maximal 18 Monate will das Videoportal jedes Musikvideo auf seiner Homepage online stellen, das jemals produziert wurde, so der ehrgeizige Plan von YouTube. Ob sich das auch realisieren lässt, bleibt abzuwarten. Es sei derzeit noch zu früh, um etwas zum möglichen Ergebnis von laufenden Gesprächen zu sagen, meint Petra Sippel, Pressesprecherin von EMI Music Germany. "Grundsätzlich sind für EMI alle Plattformen interessant, die nicht nur dabei sind, wenn Musik verschenkt wird, sondern die auch helfen Musik zu verkaufen", so Sippel.

Finanzierung durch Werbeeinnahmen

YouTube will sich jedenfalls klar von anderen Downloadservices wie iTunes oder Yahoo Music abgrenzen, die sich über Werbeeinnahmen finanzieren und diese mit den Musiklabels teilen. Geplant sei, die Muskvideos in die Community-Features der Plattform zu integrieren und den Usern die Möglichkeit zu bieten, die Clips ihren persönlichen Profilen hinzuzufügen und ähnlich wie bei Amazon oder Rhapsody Rezensionen dazu zu schreiben. Um die Plattenfirmen für dieses Projekt zu gewinnen, muss sich YoutTube ordentlich ins Zeug legen. In der Vergangenheit hatte sich das Unternehmen einigen Ärger eingehandelt, nachdem User urheberrechtlich geschützte Videos von TV-Shows auf die Seite gestellt hatten.

Streng

Die Video-Plattform bekräftigt inzwischen deutlich, dass sie jegliche Inhalte, die unter Piraterie fallen und entdeckt werden, sofort von der Webseite entfernt. Derzeit gehen rund 60 Prozent aller online gesehenen Videos auf YouTube zurück. Im vergangenen Juli erreichte die Plattform erstmals einen Platz in den Top 50 des Medienforschungsinstituts comScore. YouTube verzeichnete innerhalb eines Monats rund 16 Mio. Besucher, 20 Prozent mehr als noch im Juni 2006. (pte)

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