"Dass ihr mich versteht, das verbiet ich"

20. August 2006, 18:22
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Regisseur Josef Szeiler legt uns die Lektüre von "Der Untergang des Egoisten Johann Fatzer" ans Herz

"Mich lähmt das Morgen und
Dies unverbindliche Heut!
So sitzend
Zwischen noch nicht und schon nicht mehr
Glaub ich nicht, was ich denk!"

[...] "Dass ihr mich versteht
Das verbiet ich"

(Bertolt Brecht, aus: "Der Untergang des Egoisten Johann Fatzer" (Monolog des Fatzer), Bühnenfassung von Heiner Müller, erschienen bei Suhrkamp 1994)

Heiner Müllers hat den "Untergang des Egoisten Johann Fatzer" einmal als den größten Text Brechts für die Bühne bezeichnet. Johann Szeiler, ehemaliger Assistent Müllers und ein echter Brecht-Kenner kann das nur unterstreichen. Szeiler bedauert, dass dieser - leider fragmentarische - Text Brechts viel zu wenig bekannt ist und noch seltener aufgeführt wird. Szeiler selbst hat den Text zweimal auf die Bühne gebracht: 1985 mit der Gruppe "Angelus Novus" und 2000 mit dem "theatercombinat". Insbesondere aus dem Monolog des Johann Fatzer könne man - so schwärmt Szeiler - noch viel mehr zitieren. (red)

Zur Person

Josef Szeiler
ist Regisseur in Wien. Szeiler arbeitet u.a. mit der Gruppe theatercombinat. Gemeinsam mit Claudia Bosse entwickelte Szeiler für das theatercombinat das Stück "massakermykene" (2000), in das wesentliches Textmaterial aus dem Fatzer-Fragment eingeflossen ist.
  • Artikelbild
    buchcover: suhrkamp
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