"US-Aktien sind einen Blick wert"

2. Oktober 2006, 13:51
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In den vergangenen drei Jahren hatten amerikanischen Aktien im Vergleich zu anderen Märkten enttäuscht - Bewertungen und Renditen werden wieder attraktiver

Wien - In den vergangenen drei Jahren hatten amerikanischen Aktien im Vergleich zu anderen Märkten enttäuscht. Während der Index MSCI US um 24 Prozent anstieg, konnte der MSCI World ex US 74 Prozent an Terrain gewinnen. "Da parallel seit Juni 2004 die Zinsen sukzessive gestiegen sind, haben Anleger Sparanlagen den Aktieninvestments vorgezogen, und die Kurse sind weniger schnell gestiegen als die Unternehmensgewinne", erklärt Ulrike Pfuhl, Aktienspezialistin bei JP Morgan in Frankfurt.

Bewertungen jetzt angemessener

Mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,6 (nach 25,2 im Dotcom-Boomjahr 2000) seien die Bewertungen in den USA jetzt angemessener, so Pfuhl. Die Unternehmensgewinne würden durch das Wirtschaftswachstum gestützt. Durch die Signale der US-Notenbank Fed, dass der Zinszyklus seinen Höhepunkt erreicht hat, dürften die Aktien nun weiter zulegen - zumindest historisch betrachtet hätten US-Aktien immer dann eine Outperformance gezeigt, wenn erwartet wurde, dass die Fed bei den Zinserhöhungen eine Pause einlegen wird.

Unternehmensgewinne stabil

Pfuhl optimistisch: "Auch wenn wir für das zweite Halbjahr ein etwas geringeres Wachstum für die US-Wirtschaft erwarten, sollten die Unternehmensgewinne stabil bleiben." Dafür spreche eine anhaltend robuste Inlandsnachfrage ebenso wie ein schwacher Dollar, der sich positiv auf den Export auswirke.

Standardwerte und Large Caps empfiehlt Berndt May, Asset-Management-Chef von JP Morgan Österreich, jenen Anlegern, die interessiert auf den US-Markt blicken: "US-Titel sollten in keinem breit gestreuten Portfolio fehlen", unterstreicht May. (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.8.2006)

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