Getreide verdorrt - 900 Millionen Euro Schaden - Jangtse-Pegel auf niedrigstem Stand seit 100 Jahren - Hunderte Arbeiter bekämpfen Ölteppich auf Fluss Zhouhe
Peking - Wegen einer anhaltenden Dürre haben im Südwesten Chinas Medienberichten zufolge rund 17 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. In Folge einer rund einen Monat andauernden Trockenperiode sei zudem das Getreide in weiten Anbaugebieten in der Provinz Sichuan und in der nahe gelegenen Gemeinde Chongqing verdorrt, berichteten die staatlichen Medien
Xinhua und Beijing News am Sonntag. Dadurch sei ein wirtschaftlicher Schaden in Höhe von umgerechnet 900 Millionen Euro entstanden.
Die lokalen Behörden hätten Geldmittel zur Verfügung gestellt, um die Bevölkerung mit Trinkwasser zu versorgen. Fernsehbilder zeigten Lastwagen, die Wasser in die betroffenen Regionen beförderten und Menschen, die Brunnen gruben. Auf der Internetseite des staatlichen Senders CCTV hieß es, der Pegel des Jangtse (Yangtse), Chinas längstem Fluss, sei in der Region von Chongqing auf den niedrigsten Stand seit rund 100 Jahren gesunken.
Ölteppich auf Fluss
Einen kilometerlangen Ölteppich auf einem Fluss im Nordwesten Chinas haben Einsatzkräfte staatlichen Medien zufolge eingedämmt. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag meldete, konnten 600 Arbeiter den Großteil des aus einem Lagertank in den Fluss Zhouhe geflossenen Erdöls abschöpfen.
Insgesamt vier Tonnen des Treibstoffs entwichen den Angaben nach am Freitag in den Fluss entwichen und bildeten einen Ölteppich mit einem Ausmaß von neun Kilometern. Der Zhouhe fließt in einen Nebenarm des zweitlängsten Flusses der Volksrepublik, dem Gelben Fluss.
Tank geplatzt
Xinhua zufolge platzte der Tank, als Arbeiter einen anderen Behälter der Anlage in der Provinz Shaanxi säuberten. Zuvor hatte es geheißen, dass Arbeiter einen Hahn des Tanks offen gelassen hätten. Insgesamt seien zehn Tonnen Erdöl ausgetreten und vier davon in den Fluss gelangt. Der Vorfall werde untersucht. Zu Schäden wurden keine Angaben gemacht.
Erst im November wurde nach einer Explosion in einem Chemiewerk der Fluss Songhua so sehr verschmutzt, dass das Trinkwasser für Millionen Menschen im Nordosten des Landes verseucht wurde. (APA/Reuters)