RFJ Kärnten wirbt mit "Unsere Ehre ist die Treue zur Heimat"

21. August 2006, 12:41
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Klement: "Möglicherweise unklug" - Jugendliche in "Selbstfindungsprozess" - FPÖ will BZÖ-Grundmandat verhindern

Klagenfurt - Der Ring Freiheitlicher Jugend Kärnten (RFJ) wirbt auf seiner Internet-Homepage mit dem Spruch "Unsere Ehre ist die Treue zur Heimat", der an den einstigen Fahnenspruch der Waffen-SS - "Unsere Ehre heißt Treue" - erinnert. Der geschäftsführende FPÖ-Landeschef und Generalsekretär Karlheinz Klement bezeichnete dies in einem Gespräch mit der APA jetzt als "möglicherweise unklug".

"Das ist vielleicht nicht so gut", sagte Klement. Junge Leute hätten aber das Recht anders zu denken "und sind nicht immer 100 Prozent auf Parteilinie". Klement: "Ich würde das aber nicht als Logo verwenden." Im Jahr 2000 hatte der vom niederösterreichischen FPÖ-Politiker Ernest Windholz geäußerte SS-Slogan "Unsere Ehre heißt Treue" für Aufregung gesorgt.

"Selbstfindungsprozess"

Jugendliche seien in einem "Selbstfindungsprozess", er werde sich jedoch Kritik erlauben, erklärte Klement. Man solle sich für seine Geschichte nicht genieren, sie jedoch gut fundiert aufarbeiten. "Man soll zu Werten, wie Ehre, Treue und Heimat stehen, aber auf die Kombination kommt es vielleicht an", meinte der FPÖ-Politiker.

Die FPÖ in Kärnten will den Nationalratswahlkampf vor allem mit Sozialthemen führen. Zwölf Prozent und die Verhinderung der vom BZÖ angestrebten Grundmandates in sind laut Klement möglich. Es sei aber ein Problem für die Wähler, zwischen BZÖ und FPÖ zu unterscheiden. Die Versuche des BZÖ "zurückzurudern und sich einen freiheitlichen Anstrich zu geben, sind abstrus", meinte Klement. Die Taktik, Verwirrung unter Wählern zu stiften, zeige, wie schlecht es dem BZÖ gehe. "In der BZÖ-Zentrale herrscht Panik", ist sich Klement sicher.

Lagerbildung

"Es gibt Lagerbildung im 21. Jahrhundert", ist Klement überzeugt. Ein Sockel an "Roten, Schwarzen und Blauen" in Kärnten sei vorhanden. Bei der Wahl werde sich zeigen, wie sich der "Sockel der Blauen", den Klement auf "über 20 Prozent" einschätzt, bewegt, meint der FPÖ-Politiker.

Österreichweit seien bei der Nationalratswahl zehn Prozent möglich. "In Kärnten ist mein Ziel zehn bis zwölf Prozent und zwei Mandate", sagte der FPÖ-Politiker. "Wir werden ein Grundmandat des BZÖ verhindern, spätestens 2008 haben wir in Kärnten eine Landtagswahl", prophezeite Klement. In zehn Jahren wünscht er sich wieder einen "blauen Landeshauptmann", der möglicherweise Klement heißen könne.

Im laufenden Wahlkampf will sich die FPÖ vor allem mit Themen wie Familie, Pensionen, Kaufkraft oder Sozialleistungen profilieren. "In Kärnten leben 70.000 Leute unter der Armutsgrenze", sagt Klement. Im Bereich des sozialen Engagierens treffe man sich zwar inhaltlich mit der SPÖ, diese hätte jedoch "ihre Klientel verraten". Das Thema Ortstafeln will Klement hingegen nicht ins Spiel bringen. (APA)

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