Neue Engel - Auf der Suche nach Popstars

9. Oktober 2006, 15:09
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1031 Mädchen der Generation "Müssen nur wollen" castete man im ersten Durchgang in Frankfurt ...

Bevor hier zu Lande der Privatsender ATV wahrscheinlich mit einem Marschierpulver-rekonvaleszenten Rainhard Fendrich als kompetentem Jury- Häuptling eine eigene Castingshow produziert, hat sich am Donnerstag Deutschland mit Popstars auf die Suche nach "neuen Engeln" gemacht.

Damit spielt man auf die vor sechs Jahren aus der ersten Folge von Popstars hervorgegangene Girlie- Formation No Angels an. Diese hat in Folge fünf Millionen Platten mit ihrer Mischung aus Gesang und Synchron-Gehopse verkauft. Das möchte Pro Sieben nun überbieten.

1031 Mädchen der Generation "Müssen nur wollen" castete man im ersten Durchgang in Frankfurt, einer von vier Städten, die nun heimgesucht werden. Bis auf 14 von ihnen stellte die Jury allen das Attest "Du kannst nicht singen!" aus. So formulierte es zumindest der Oberungustl der dreiköpfigen Jury, der vor allem von sich selbst überzeugte Choreograf Detlef Soost.

Als guter Geist der Jury, in der auch der Musiker und Produzent Dieter Frank sitzt, erwies sich die deutsche Punkmutter Nina Hagen. Sie spendete Gescheiterten mit Sätzen wie "Das Einzige, was weh tut, ist Kinder kriegen" oder "Du bist aber eine reizende Pflanze" Trost.

Gleichzeitig war sie es, die der Selbstherrlichkeit Soosts und der auch zum Casting gestoßenen Nadja von den No Angels in ihren Beurteilungen entgegenhielt. Als die beiden ein Girlie abschießen wollten, an das Hagen fest glaubte, beendete sie den Disput darüber mit der Frage: "Wie lange seid ihr beiden denn schon im Geschäft?"

Das Schweigen, das dann folgte, sprach Bände. Gute Nina, blöde Show. (flu/DER STANDARD; Printausgabe, 12./13.8.2006)

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