Entwicklungshilfe: Investition in Frauenbildung

19. Juni 2000, 14:14

"Two-Wings-Aktienkorb" der Partner-AG mit sozialer Komponente

Kitzbühel/Wien - Einen "kleinen aber zukunftsweisenden Beitrag zur Entwicklungshilfe" will die Partner Bank AG, Linz, mit dem Two Wings-Aktienkorb leisten. Es handelt sich um ein neu entwickeltes Veranlagungsinstrument mit Aktien renommierter Unternehmen, das dem Anleger trotz der abzuzweigenden Spende (Dividende) einen beachtlichen Wertzuwachs sichern soll, erklärte Horst Oberndorfer, Vorstandsvorsitzender der Partner Bank, am vergangenen Wochenende auf einem Symposium in Reith bei Kitzbühel in Tirol, auf dem die Leiter von Two Wings-Entwicklungsvorhaben aus Südamerika, China und Afrika über laufende und geplante Vorhaben berichteten.

Jede/r Dritte spendet aus Aktienkorb

Die Linzer Wertpapierbank hat seit Einführung des neuen Finanzproduktes vor rund vier Jahren bereits 2.160 Verträge mit KundInnen über den Kauf von Two Wings-Aktienkörben geschlossen. Die AnlegerInnen investieren dabei in international bekannte Markenunternehmen wie z.B. die US-Getränkekonzerne Coca Cola und Pepsi, die britische Pharmagesellschaft Glaxo, das finnische Telekommunikationsunternehmen Nokia und den deutschen Siemens-Konzern. "Praktisch jede/r Dritte Inhaber/in eines derartigen Aktienkorbes verzichtet auf seine Dividende zu Gunsten von Entwicklungsprojekten", freut sich Oberndorfer über die zunehmende Akzeptanz, die das neue Finanzprodukt finde.

Investition in die Ausbildung von Mädchen und Frauen

Im vergangenen Jahr erreichte die Dividenden-Spende eine Mill. S (72.673 Euro), die Two Wings-Projekten zugute kamen. In diesem Jahr wird ein Volumen von 1,2 Mill. S erwartet. Die Mittel sollen diesmal Ausbildungsprogrammen in Kolumbien, Bolivien und Indien zufließen. In Indien soll die Ausbildung von 50 jungen Frauen aus Dörfern finanziert werden. "Die erfolgreichste Entwicklungshilfe ist die Investition in die Ausbildung von Mädchen und Frauen", erklärte Bahia Ettehadieh, die das "Indore"-Projekt in Indien betreut. Mit einem Beitrag von 250 US-Dollar (261 Euro/3591 S) könne in Indien ein Mädchen ausgebildet werden, das vorher weder lesen noch schreiben konnte, die Grundbegriffe der Hygiene nicht kannte und als Tagelöhnerin am Bau arbeiten musste. Nach einer solchen Ausbildung, in der das Mädchen auch einen Beruf als Näherin oder Schneiderin erlernt, könne die Frau ihre Familie als Selbständige ernähren.

"Die Möglichkeit, einem Lande soziale und wirtschaftliche Stabilität zu verleihen, liegt in der Förderung der Mädchen und Frauen", betonte auch Faramarz Ettehadieh, Chef der Linzer Imperial Finanzgruppe und Vorsitzender des Kuratoriums des gemeinnützigen Two Wings-Vereins.

In Kolumbien wird das "Fundaec"-Vorhaben mitfinanziert, das jungen Kolumbianerinnen, die in abgelegenen Regionen wohnen, eine Haupt- und Mittelschulbildung ermöglichen soll. Im Rahmen dieses Programms wurden bereits über 30.000 KolumbianerInnen ausgebildet. Die kolumbianische Regierung hat das Fundaec-Projekt als offiziellen Beitrag Boliviens für die Expo 2000 in Hannover ausgewählt, wie auf dem Symposium zu erfahren war.
(APA)

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