Internet zu Lasten der Familie

19. Juni 2000, 15:09

Gefahr der sozialen Isolierung

Berlin - JedEr fünfte deutsche Internet-NutzerIn schränkt seine sozialen und familiären Kontakte durch die Beschäftigung mit dem Internet deutlich ein. Das geht aus der Untersuchung "Die sozialen Folgen des Internets" hervor, die am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Danach gaben 18 Prozent der Internet-NutzerInnen an, dass ihre Zeit vor dem Computer zu Lasten der Familie geht. Jeweils 20 Prozent der Befragten meinten, sie würden jetzt weniger Zeitung lesen, weniger mit FreundInnen telefonieren und weniger Bücher lesen. JedEr Dritte schätzte, dass er weniger Zeit zum Schlafen finde. 41 Prozent gaben an, sie hätten weniger Zeit zum Fernsehen als früher.

Professor Norman Nil von der amerikanischen Stanford Universität wertete die Studie als Anhaltspunkt dafür, dass das Internet die Gefahr einer sozialen Isolierung berge. Sein deutscher Kollege Lutz Erbring wertete die zunehmende Nutzung von E-Mails als einen Beweis dafür, dass sich bei der Kommunikation eine Verschiebung von Qualität zu Quantität zeige. Die Untersuchung wurde zunächst von der Stanford Universität für die USA durchgeführt. Für die deutsche Vergleichsstudie wurden Ende Mai und Anfang Juni 1.227 TeilnehmerInnen des Forsa-Online-Panels befragt. (APA)

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