Nach Familie forschen

Redaktion, 10. August 2006, 15:01

Städtisches Archiv hilft bei Suche nach historischen Meldedaten

Wien - Gar nicht so wenige Wiener wissen über ihre Verwandten Bescheid. Sie stellen daher oft umfangreiche Nachforschungen an, um sich Klarheit zu verschaffen. Das Wiener Stadt- und Landesarchiv kann in so einem Fall helfen: Mit einer Recherche in den Historischen Meldeunterlagen ist schon so manches Rätsel gelöst worden.

Vater gefunden

So war zuletzt ein Wiener Gemeinderat erfolgreich - der nur aus Erzählungen und einem einzigen Schriftstück aus dem Jahr 1957 von seinem leiblichen Vater wusste. Sein Wissen beschränkte sich auf den bloßen Namen und die Tatsache, dass sein Vater Grieche war. Diese Fakten reichten aber aus: Im Meldearchiv des Wiener Stadt- und Landesarchivs wurden weitere Angaben über den Mann ausgeforscht, der von 1942 bis 1945 in Wien als Zwangsarbeiter gelebt hatte.

Ausgestattet mit genauen Daten (Geburtsdatum, Geburtsort, Namen der Eltern) konnte der Wiener Kommunalpolitiker in weiterer Folge mit Unterstützung der griechischen Behörden seinen Vater ausfindig machen. Dieser ist heute 87 Jahre alt und lebt in Nordgriechenland. Inzwischen hat es bereits ein Treffen zwischen Vater und Sohn gegeben.

Wie Karl Fischer, der stellvertretende Leiter des Stadt- und Landesarchivs betonte, stehen die Meldedaten allen Wienern zur Verfügung. Wobei die Recherche selbst nur den Mitarbeitern des Archivs gestattet ist. Denn die Unterlagen seien nach einem zum Teil komplizierten phonetischen System geordnet, betonte Fischer. Immerhin stammen die ältesten Daten aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts.

Die Suche wird kostenlos durchgeführt. Lediglich die Anfertigung von Kopien wird verrechnet. Das Wiener Stadt- und Landesarchiv ist im Gasometer D in Simmering untergebracht. (APA)

Inormation: "Magistratsabteilung 8 - Wiener Stadt- und Landesarchiv" im Gasometer D, 11., Guglgasse, Zugang über Gasometer
Manchmal ist Negatives auch positiv

"Gar nicht so wenige Wiener wissen über ihre Verwandten Bescheid." Jaja, auch in der Sprache wird's uns schnell zu mathematisch. "gar nicht so wenige Wiener" = "einige Wiener", die über ihre Verwandten Bescheid wissen - so dass sie wohl zumindest nicht "daher" Nachforschungen über sie anstellen...

Umfangreiche Infos...

http://www.wien.gv.at/ma08/tips... htm#ab1850
Man kann auch per Mail anfragen.

irgendwie irreführend...

...da sollte man eher in den archiven von weltmetropolen nachsehen. novi sad, lodz, bukarest, sofia, izmir....

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.