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Der Nahostkoordinator der Frankfurter Hilfsorganisation medico international, Martin Glasenapp, sagte nach einem zehntägigen Aufenthalt im Libanon, die Bevölkerung habe das Gefühl, dass die internationale Gemeinschaft das "unverhältnismäßige" Vorgehen Israels mittrage. Das in den vergangenen Jahren gestiegene Ansehen der USA, die Bemühungen um Demokratie und die Loslösung von Syrien seien durch Israels Bombardement im wahrsten Sinne des Wortes verschüttet worden.
Es sei zu befürchten, dass die radikal-islamische Hisbollah nach dem Krieg im Libanon eher noch eine stärkere Miliz sein werde. Von 3,8 Millionen Libanesen seien fast eine Million auf der Flucht. So wie Israel die libanesische Zivilbevölkerung als Geisel nehme, setze diese auf die Hisbollah zur Verteidigung des Landes. Und es sei schwer vorstellbar, wie die "schwache Regierung" in Beirut eine Miliz entwaffnen solle, die 40 Prozent der Bevölkerung repräsentiere und seit Wochen gegen eine hochgerüstete israelische Armee standhalte und die israelische Bevölkerung ebenso als Geisel nehme wie umgekehrt.
"Jeder neue Kriegstag nimmt eine weitere Polarisierung und Radikalisierung der libanesischen Gesellschaft billigend in Kauf." Feindbilder, Ressentiments und Militarisierung des Denkens blieben auf beiden Seiten auch nach dem Ende "dieses unsinnigen Krieges" bestehen. medico international unterstützt seit mehr als 20 Jahren sozialmedizinische Gesundheitsorganisationen im Libanon, in Israel und den Palästinensergebieten.
Der deutsch-iranische Orientalist Navid Kermani sagte, der Aufruf solle in den nächsten Tagen auch in Zeitungen im Iran, Libanon und Israel erscheinen. Darin heißt es unter anderem: "Wir lassen es nicht zu, dass unsere jeweiligen kulturellen und religiösen Traditionen für einen groß angelegten militärischen Konflikt vereinnahmt werden."
Zu den Unterzeichnern gehören die Philosophin Almut Bruckstein und der Komponist Sidney Corbett aus Berlin, der Teheraner Philosoph Bijan Abdolkarimi, die israelischen Professoren Hannan Hever und Luis Landa und der Grünen-Europaparlamentarier Cem Özdemir. (APA/dpa)
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Vorige Woche fand der 91. Esperanto-Weltkongress in Florenz statt. Die Teilnehmer kamen auch aus Staaten, die am Nahostkonflikt beteiligt sind:
28 aus Israel, 9 aus dem Iran, 4 aus Pakistan und einer aus dem Libanon.
Teilnehmer/innen/liste:
http://uea.org/kongresoj... hintoj.php
....oder den Meldungen des Herrn Menasse - dann ist man doch froh, daß die Prinzipien der Aufklärung und des vernunftbegabten Denkens offenbar noch einige Repräsentanten finden...
Auch in vielen Postings des Standard findet sich leider ein massiver Verlust von Realitätsbezug und kritischem Denken statt dessen viele emotional einseitig gewichtete Unsinnigkeiten ("der war's - nein der da...").
seit Jahren über ihre Fernsehkanäle offene antisemitische Propaganda ausstrahlen, die Leviten zu lesen und religiös-politisch auszugrenzen. Das ist aber nicht passiert. Was dieser Aufruf betrifft so spendet er Hoffnung auf Vernunft. Die Hisbollah wird sich freilich von solchen sanften Missionen nicht beeindrucken lassen. Genauso wenig sie sich vom libanesischen Staat oder arabischen Intellektuellen zuvor beindrucken und in ihrer Strategie umstimmen liess. Richtig ist allerdings, dass diese Militäroperation der israelischen Armee kaum ein politisches Ziel näher bringt.
- Douglas McArthur, US-amerikanischer General
Und wahrscheinlich behält er Recht. In den letzten Jahrhunderten wurde kaum ein Konflikt zweier Staaten, der so stark entbrannt ist, nur durch eine Einigung beendet. Erst die Niederlage einer Kriegsparte in irgendeiner Form (sei es Auslöschung, Abwehr, Besatzung, Vernichtung der Industrie..) wird auch diesmal das Ende des Konflikts einläuten.
Großen Denkern hört man nur in Friedenszeiten zu. Manchen (wie mir) nicht einmal dann. :)
Es sind nicht bloß "zwei Staaten", die da involviert sind. Krieg wird in dieser "rohstoffträchtigen" Region seit Jahrzehnten geführt, mit wechselnden Fronten, ohne dass es je eine "Entscheidung" gegeben hätte, denn dies ist kein konventioneller Krieg aus dem Lehrbuch mehr.
Friede wird allerdings nur dann erreichbar sein, wenn - unter anderem, aber ganz sicher nicht zuletzt - der mächtigste Akteur in dieser Region, nämlich die USA, zu einer anderen Nahost-Politik zurück findet. Und insofern gesehen haben Sie "recht", als dass es danach in der Tat nicht ausschaut, sondern vielmehr nach weiterer, bewußt herbei geführter Eskalation. Das Ziel ist offenbar der Iran, der Krieg im Libanon bloß die "Flanken sichernde" Overtüre.
radikal fundamentalistischen Organisationen gegenüber der "zerstörerischen Wirkung des Kapitalismus" etwas Schlimmeres, ein Konzept faschistoider Vernichtung entgegensetzt. In einer wahnwitzigen Reinigungs- und Erlösungsmission wollen Djihadisten nicht nur eine islamistisch reaktionäre Gemeinschaftsordnung zum Durchbruch bringen, sie wollen zuvor alles Böse - und das Böse wird bei ihnen fast ausnahmslos als "jüdisch" markiert - die Existenz eines Staates beseitigen. Wie und welcher Propaganda die sich dabei bedienen können Sie dem Hizbollah-Sender Al-Manar entnehmen. Hierbei mit Bagatellisierungsversuchen operieren zu wollen - beim gleichzeitigen Anspruch einer emanzipatorischen politischen Kraft anzugehören - ist einfach absurd.
Testriges, Sie sind noch nicht mal in der Lage, den Satz zu verstehen. Ich habe nicht gesagt, dass ich das finde, sondern ich habe das auf das Schreiben des Herren Roland S. bezogen und es deshalb hingeschrieben, um auf die Absurdität seiner Aussagen hinzuweisen.
Wenn Sie unbedingt Ihr Zeug abspulen müssen, machen Sie's da, wo es passt.
Gott zum Gruß, der Herr
http://www.sueddeutsche.de/,panm4/ku... 452/82370/
Zitate:
"Ich, ein Pazifist, halte den Krieg, den Israel führt, für richtig. Ich merke, wie ich sogar den allergrößten Skandal aller ohnehin skandalösen Kriege, nämlich den skandalös euphemistisch so genannten ,,Kollateralschaden‘‘, achselzuckend abtue. Israel muss diesen Krieg führen, und Israel muss diesen Krieg gewinnen."
...
"Jetzt sitze ich vor dem Fernseher, will Bomben sehen, noch mehr Bomben, so viele Bomben, bis die Hisbollah ausradiert ist und alle Vernichter vernichtet sind."
Find Menasses AUssage zwar provokant und überspitzt, im Prinzip stimm ich ihm aber zu. Israel muss deshalb gewinnen, weil es die einzige Chance auf Frieden ist ohne dass Israel vernichtet wird.
Würden die Araber die Waffe aus der Hand legen, würde Israel dasselbe tun.
Israel hat niemals ernsthaft versucht, Frieden zu schaffen. Das Angebot der arabischen Liga war ja auf dem Tisch, Anerkennung gegen Rueckzug hinter die Grenzen von '67. Offenbar sind starke Gruppen in Israel nicht bereit, das Ziel ganz Palästina aufzugeben. Aber nur durch einen Ausgleich mit den Palästinensern ist Frieden möglich, nicht durch die exerzierte Politik der vermeintlichen Staerke.
ein erbärmliches, aber wenigstens ehrliches geständnis.
aber warum muss er damit in die öffentlichkeit? wen interessiert, was ein herr menasse gefühlsduselt? das ist pseudointellektueller exhibitionismus.
interessiert wohl viele mehr als unsere Gefühlsduselein hier im Forum.
Herrn Menasse als pseudo-intellektuell zu bezeichen ist schon ein starkes Stück, findens nicht?
Und egal ob man ihnen zustimmt oder nicht, sind Aussagen formuliert von Intellektuellen und Sprachbegabten meistens interessanter zu lesen als die von anderen.
Und von wegen der moralischen Integrität die ein anderer Poster in Frage stellt, weiter unten: Auch Ehrllichkeit ist ein Bestandteil moralischer Integrität im Zusammenhang mit KOmmentaren, Kolumnen etc., auch wenn Ehrlichkeit allein über die moralische Integrität eines Kommentators noch nix aussagt.
Wenigstens lügt er sich selbst und anderen nichts in die Tasche über seine wahre innere Verfassung. Worauf das einen Hinweis gibt, ist dies: Wie schwer ein umfassender Friedensprozess in Nahost zu machen sein wird nach Jahrzehnte langem Konflikt. Es wird Generationen dauern, so denn überhaupt erst damit begonnen würde. Hoffnung? Wenig - jenes bekannte Freud-Zitat ausgenommen, wonach die Stimme der Vernunft wohl leise sei, sich letzten Endes aber doch durchsetze.
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