Pilotprojekt zur Kontrolle von Arbeiten an Uni Graz

20. Oktober 2006, 10:39
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Weniger Probleme in technischen Fächern - Stichproben in Salzburg - Ein Fall in Innsbruck durch Software aufgedeckt

Wien - Die Universität Graz setzt als Maßnahme gegen Plagiate ab dem Herbst ebenfalls auf elektronische Überprüfung. Anders als an der Uni Wien werden aber nicht alle Abschlussarbeiten der Hochschule auf aus dem Internet kopierte Stellen untersucht, sondern vorerst nur an der Fakultät für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Das Pilotprojekt soll ein halbes Jahr laufen, anschließend sei eine Ausweitung auf andere Fakultäten vorstellbar, hieß es auf APA-Anfrage.

Kein konkreter Anlass

Die Initiative habe aber nichts mit den jüngst entdeckten Plagiatsfällen an anderen Unis zu tun. Es gebe auch keinen konkreten Anlassfall an der Universität Graz, so Sprecher Andreas Schweiger. Die dabei zum Einsatz kommende Software wird auch an der Wirtschaftsuniversität (WU) verwendet. Alle Abschlussarbeiten müssen daher elektronisch eingereicht werden - die Ergebnisse der Überprüfung werden dann nur den Betreuern mitgeteilt. Bei einem Plagiats-Verdacht wird dann eine Stellungnahme des betroffenen Studenten eingeholt.

Plagiatfreie TU

Kein Thema ist das Thema Plagiate dagegen an der Technischen Universität (TU) Wien. Dies liege aber auch daran, dass es bei naturwissenschaftlich-technischen Arbeiten oft um recht knappe Formeln gehe. Da seien Plagiate tendenziell schwieriger, so Sprecher Werner Sommer. Außerdem würden viele Themen in Kooperation mit Partnern aus der Wirtschaft angegangen. Auch für Schweiger liegt es nahe, dass Plagiate vor allem in textlastigen Fächern vorkommen: "Da gibt es auch mehr im Internet."

Stichproben

An der Uni Salzburg werden universitätsweit Stichproben mit einer Plagiatsoftware durchgeführt. Weiters verlangt man eine eidesstattliche Erklärung von den Absolventen, die den einwandfreien Umgang mit wissenschaftlichen Quellen bestätigt. Sobald trotzdem Verdachtsfälle auftreten, werden diese nach strengen Maßstäben geprüft - sollte sich der Hinweis auf einen Plagiatfall verdichten, zieht man außerdem externe Gutachter heran.

Bereits im Einsatz

An der Universität Innsbruck wird derzeit verschiedene Anti-Plagiats-Software getestet. Im Herbst soll dann eine davon angeschafft und vor allem an den "Bücherfakultäten" eingesetzt werden, hieß es auf APA-Anfrage.

Einzelne Institute benutzen aber bereits jetzt auf eigene Initiative entsprechende Software. Im Vorjahr wurde damit an der Politikwissenschaft bereits ein Fall aufgedeckt. Ein gehäuftes Auftreten von Plagiaten habe man aber in der letzten Zeit nicht registriert. (APA)

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