Grönlands Eisdecke schmilzt zunehmend

9. Oktober 2006, 18:06
14 Postings

US-Forscher: Bestätigung für steigende globale Erderwärmung - größter Verlust von Eisfläche im Südosten

New York - Die Eisdecke Grönlands wird mit zunehmender Geschwindigkeit dünner. Rund 240 Kubikkilometer Eis schmolzen jährlich alleine von April 2002 bis November 2005, wie Forscher der Universität von Texas im US-Fachjournal "Science" (Online-Vorabveröffentlichung, 10.1126/science.1129007) am Donnerstag berichten. Das sei jährlich drei Mal so viel wie in den Jahren zuvor: Von 1997 bis 2002 verlor Grönland jedes Jahr demnach nur knapp 80 Kubikkilometer seiner Eisfläche. Das sei eine weitere Bestätigung für die steigende globale Erderwärmung, schreiben die Forscher.

Für die Messungen benutzte das Team um Jianli Chen Daten, die der Satellit Gravity Recovery and Climate Experiment (GRACE) per Interferometrie ermittelte. Der größte Verlust von Eisfläche ist demnach im Südosten Grönlands zu beobachten. Während vor allem an den Rändern das Eis immer schneller schmelze, bleibe das Innere allerdings bisher unangetastet, hieß es.

Grönland ist die zweitgrößte Eisfläche der Erde und stellt zehn Prozent oder 2,5 Millionen Kubikkilometer des gesamten Eises des Planeten dar. Wenn die Eiskappe in ihrer Gesamtheit schmelzen würde, könnte der Wasserspiegel der Weltmeere um 6,5 Meter ansteigen. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Eisdecke Grönlands wird zunehmend dünner, veröffentlichten US-Forscher in "Science".

Share if you care.