Intel bringt mit 3D-Treiber neuen Schwung für Open Source

18. Oktober 2006, 11:55
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Freier Linux-Treiber unterstützt Intels 965-Express-Chipsatz - Für "einen immer wichtigeren wirtschaftlichen Faktor in der Branche"

Intel weitet seine Aktivitäten im Bereich freier Software und Open Source weiter aus. So hat das Unternehmen am Mittwoch eine Reihe von freien Grafiktreibern für Linux präsentiert, welche die 2D- und 3D-Funktionen von integrierten Intel-Grafikchips unterstützen sollen.

965-Express-Chipsatz

Beim Chipsatz handelt es sich um die aktuellen 965-Express-Modelle Q und G, wobei der Treiber auch bei früheren Modellen bis zur 810-Serie eingesetzt werden kann. Intel zufolge soll die Bereitstellung der Technologie die Open-Source-Gemeinde bei der Entwicklung und Implementierung fortgeschrittener 3D-Grafikgestaltungen unterstützen.

Wichtiger Wirtschaftsfaktor

Mit der Veröffentlichung der freien Treiber hat es Intel auf den Open-Source-Markt abgesehen, der einen immer wichtigeren wirtschaftlichen Faktor in der Branche darstellt. "Am Ende des Tages geht es darum Prozessoren und Chipsätze unabhängig vom jeweiligen Betriebssystem zu verkaufen. Letztendlich entscheidet der Markt, welche Lösung für welchen Zweck am besten geeignet ist", meint Intel-Sprecher Martin Strobel auf Anfrage von pressetext. Die Bereitstellung der neuen Treiber sieht Strobel als Weiterführung der bestehenden umfangreichen Linuxaktivitäten von Intel.

Erste Reaktionen

In einer ersten Reaktion hat die Free Software Foundation Europe (FSFE) den Schritt Intels begrüßt. FSFE-Sprecher Joachim Jakobs meinte gegenüber pressetext, dass es im Bereich freier Software letztlich genauso um Marktanteile gehe. Dies würde auch die aktuelle Ankündigung eines Linux-basierten Notebooks von Lenovo beweisen, so Jakobs. Weniger Verständnis zeigte Jakob allerdings für die fehlende Initiative des Intel-Konkurrenten ATI im Bereich freier Software. Setze das Unternehmen seine bisherige Strategie fort, gefährde es vermutlich das eigene Geschäft, so Jakobs.

Eigene Webseite

Für den Download der Grafiktreiber und der entsprechenden Kernel-Komponenten hat Intel eine eigene Webseite - intellinuxgraphics.org - eingerichtet. Auf dieser findet sich auch eine Übersicht für die unterstützten älteren Grafikchipsätze. Weiters gibt die Projektseite auch erste Erfahrungsberichte von Anwendern über den Einsatz der Treiber in Desktop- und Laptoplösungen wieder.(pte)

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