"Oranges Stalking" oder Tiroler "Robin Hood"

1. Oktober 2006, 21:23
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Weiters: Der neue Presseraum in der SP-Zentrale und wie der Werbechef der SP-Kampagne unfreiwillig der politischen Konkurrenz zugearbeitet hat

"Oranges Stalking"

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache fühlt sich von Jörg Haider "gestalkt". "Er belästigt uns immer wieder mit seinen Ideen von einer Wiedervereinigung des freiheitlichen Lagers. Ich sage es jetzt zum 1001. Mal: Das wird es nicht geben". Strache will nach den Nationalratswahlen lieber eine "große Koalition als Schwarz-Grün". Denn mit den Grünen als willfährigem Partner könne Kanzler Wolfgang Schüssel "tun und lassen, was er will", befürchtet Strache. Wahlziel der Blauen als "einzig und wahrer Freiheitlicher Partei": die Zehn-Prozent-Hürde überspringen. Straches zusätzlicher Wunsch: drittstärkste Partei zu werden. Eine Regierungsbeteiligung zur Verhinderung von Schwarz-Rot oder Schwarz-Grün schließt Strache aus. (stein)

Staatstragend in der SP-Zentrale

Zumindest kommunikationstechnisch scheint die SPÖ schon gut auf höhere Aufgaben vorbereitet zu sein. Der Presseraum in der Parteizentrale wurde wahlkampfgerecht ganz auf staatstragend getrimmt: Vorbei die Zeiten, als die jeweiligen SP-Granden die Medienleute sitzend an einem Tisch an der Stirnseite empfingen und die Journalisten ein bisschen seminarmäßig an den Längsseiten Platz nahmen. Jetzt steht, ganz wie im Pressefoyer nach dem Ministerrat, ein Rednerpult vorn und der aktuelle Vortragende dahinter, um der lauschenden Journalistenschar das Neueste vom (Wahlkampf-)Tag - ganz wie im guten alten Frontalunterricht - näher zu bringen. Und überall prangt das rote Motto "Neue Fairness braucht das Land." (kob)

Tiroler "Robin Hood"

Tiroler Spitzenkandidat für das BZÖ wird der Tiroler-Loden-Geschäftsführer Andreas Gebauer. Im "Hoffnungsgebiet Tirol" soll Gebauer, in dem BZÖ-Chef Peter Westenthaler einen "Robin Hood" vermutet, fünf bis sieben Prozent der Wählerherzen erobern. Gebauer selbst sieht in seiner Kandidatur eine "ideale Herausforderung" und will auch auf der Bundesliste vertreten sein. Der Tiroler war 2001 in die Schlagzeilen geraten, als ihm im Brandfall der Tiroler Loden Anstiftung zur Brandstiftung vorgeworfen worden war. Im April 2005 ergab ein Gutachten jedoch einen technischen Defekt, und das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt. (APA)

Internet-Aktion gegen Luigi Schober

Mit Sicherheit unfreiwillig hat der Werbechef der SPÖ-Kampagne, Alois "Luigi" Schober mit seinen Aussagen gegenüber profil wohl der politischen Konkurrenz in die Hände gearbeitet. Seit Mittwoch kursiert im Internet eine Bildschirm-Präsentation, die Schobers Definition des geplanten, aggressiven SPÖ-Marketings ("Ich sage nur Napalm, purer Napalm!") aufs Korn nimmt. Vor SPÖ-rotem Hintergrund erscheint ein Foto des Werbegurus, Schober wird als "Jaguarfahrer und SPÖ-Kampagnenmacher" vorgestellt. Danach erscheint Schobers profil-Sager, darunter die Frage: "Weiß der Mann, was er da redet?" Gleich danach blitzt jenes berühmt-berüchtigte Foto aus dem Vietnam-Krieg auf, das weltweit bekannt wurde: weinende, nackte vietnamesische Kinder, die vor den entsetzlichen Napalm-Bomben der U.S. Army flüchten. Das Bild verweilt einige Sekunden auf dem Bildschirm, danach erscheint in schwarzen Lettern die Aufforderung: "Distanzieren Sie sich, Herr Gusenbauer!" Apropos schwarz: Ob die ÖVP hinter der Aktion steckt? Sprecher Johannes Rauch: "Ausgeschlossen. Schobers Aussage war geschmacklos. Aber diese Aktion ist es auch." (stui) (DER STANDARD, Printausgabe, 10.8.2006)

  • Die im Internet kursierende Aktion gegen Luigi Schober

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