Sommer 2006 bringt kleines Plus

31. August 2006, 20:17
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WKÖ-Hotelleriesparte ortet Wachstumspotenziale bei Inlandsgästen und Urlaubern aus Osteuropa

Wien - Der Sommer 2006 wird der Tourismuswirtschaft ein geringfügigen Nächtigungsminus und ein Umsatzplus von 2 Prozent bringen, prognostizierte der Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Klaus Ennemoser, am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Wachstumspotenziale biete vor allem der Inlandstourismus und Osteuropa, so Ennemoser, der die Betriebe auch zu einer stärkeren Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern, Österreich Werbung (ÖW) und Landestourismusorganisationen aufrief.

Österreich habe vor allem bei Inlandstourismus Aufholbedarf, auf den nur rund 25 Prozent aller Nächtigungen entfallen, meint Ennemoser. In Frankreich liege dieser Anteil vergleichsweise bei 58 Prozent, in der Schweiz bei 42 Prozent. Der Nächtigungsanteil der Osteuropäer werde heuer auf etwa 5 Prozent steigen: "Osteuropa bietet ein großes Potenzial, die Märkte wurden und werden teils zu spät und teils noch zu wenig bearbeitet". Gut laufe auch der Städtetourismus, vor allem in Salzburg und Wien würden Nächtigungsrekorde verzeichnet. Der Trend zur kürzeren Aufenthaltsdauer und kurzfristigen Buchungen halte indes weiter an.

Bedingte Auswirkung des Wetterumschwungs

Der jüngste Wetterumschwung werde sich nur bedingt auf das Sommerergebnis auswirken, meint Ennemoser, der den Anteil der wetterabhängigen Nächtigungen auf nur 2 Prozent schätzt. Nur 2,4 Mio. der insgesamt 120 Mio. Nächtigungen sind wetterabhängig, so der Hotellerie-Obmann. Der für Österreich noch immer wichtigste Herkunftsmarkt Deutschland hat im ersten Halbjahr stark ausgelassen, die Zahl der Ankünfte ging um 4,3 Prozent zurück. Bei den Nächtigungen von niederländischen Gästen wurde ein Rückgang von 4,4 Prozent verbucht.

Verglichen mit anderen Mittelmeerzielen hinke Österreich im Wachstum deutlich hinterher, berichtete Ennemoser. Bei den Nachbarländern habe die Fußball-WM Deutschland ein 6,4-prozentiges Nächtigungsplus beschert, die Zimmerauslastung sei um 2,8 Prozent gestiegen, so Ennemoser, der für Österreich auf ähnliche Effekte bei der Fußball-EM 2008 hofft. Auch Schweiz und Südtirol würden Nächtigungszuwächse aufweisen.

Mehr Investitionen

Die Investitionen in der österreichischen Hotellerie werden heuer auf 1,5 Mrd. Euro steigen, schätzt Ennemoser. Erheblichen Investitionsbedarf hätten auch 6.000 österreichischen Ein- bis Zwei-Stern-Betriebe, die etwa 12 Mio. Nächtigungen - 10 Prozent der Gesamtnächtigungen - generieren und im Low-Budget-Markt punkten könnten. Dieser Markt sei vergleichsweise in Großbritannien und Frankreich stark ausgeprägt. Die neue Zusatzkategorie "Superior" für Vierstern-Hotels werde gut angenommen. 21 Betriebe hätten die Zusatzkategorie bekommen, weitere 118 hätten einen Antrag dafür gestellt, insgesamt liege das Potenzial bei 150 bis 200 der insgesamt 2.044 Vierstern-Hotels. (APA)

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    Nur 2,4 Millionen der insgesamt 120 Millionen Nächtigungen sind wetterabhängig.

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