"Schwarz vor Augen?"und "Rot vor Scham?"

9. Oktober 2006, 14:20
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Nationalratswahl: Farbenspiele bei Grüne-Online-Vorwahlkampagne

Die Grünen setzten bei ihrer am Mittwoch präsentierten "unkonventionellen" Online-Vorwahlkampagne auf traditionelle (Partei-)Farben-Spiele. Unter "Schwarz vor Augen? Zeit für Grün" und "Rot vor Scham? Zeit für Grün" prangerte die kleine Oppositionspartei die vermeintlichen Fehler von ÖVP und SPÖ an. Dass die Grünen den Vorwahlkampf mit "interaktiven" Botschaften im Internet bestreiten, hat laut Bundesgeschäftsführerin Michaela Sburny zwei Gründe: Einerseits sind viele Grün-Wähler im Netz erreichbar und anderseits ist das Medium kostengünstig.

Die am Dienstag der Öffentlichkeit vorgestellten 5.000 Plakate der SPÖ würde nach Einschätzung der Grünen hingegen rund zwei Millionen Euro kosten, kritisierte Sburny. Die Kosten für die Grüne Aktion konnte sie nicht genau beziffern, weil sie im Gesamtpaket enthalten seien.

"Real existierende Probleme" aufzeigen

Das Ziel der Online-Kampagne sei es, "real existierende Probleme" aufzuzeigen, erklärte die stellvertretende Bundessprecherin Eva Glawischnig. Konkret beschuldigt die Ökopartei die ÖVP, eine "Bildungsmisere" herbeigeführt und mit dem Kauf der Eurofighter-Abfangjäger das Budget überbelastet zu haben sowie einen "Pro-Atom-Kurs" zu fahren.

Für die Volkspartei sei es "symptomatisch", dass sie versuche, Probleme "wegzuleugnen", kritisierte Glawischnig die gestrigen Aussagen von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V), der die Medien aufgerufen hatte, in der Pflegedebatte nicht von Notstand zu reden, damit die Betroffenen nicht verunsichert werden. Man lasse sich aber "nicht den Mund verbieten, wie Schüssel das wünscht" und zeige die Missstände auf, so Glawischnig.

"Populismus" und "Ämterfilz"

Eine Alternative sei bei der SPÖ auch nicht zu finden, meinen die Grünen, die den Sozialdemokraten die Zustimmung zur Novellierung des Ökostromgesetzes immer noch "sehr übel nehmen". In der Ausländer- und Europapolitik werfen der SPÖ "Populismus" vor. Als dritte Sünde der kritisieren die Grünen in Anspielung auf die Kandidatur von roten Funktionären für den Nationalrat einen "Ämterfilz". (APA)

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