Am Wasser

9. August 2006, 09:58
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Drei Tage im Kanu den Whanganui-River stromabwärts – eine nicht allzu anstrengende aber sehr lohnende Sache

Insgesamt legen wir ca. 90km am Fluss zurück, dabei fahren wir an dichten Regenwäldern beiderseits des Flusses vorbei, die nur ab und zu durch steile Klippen unterbrochen werden – Menschen sieht man hier keine (obwohl doch immer wieder welche da sind). Der Fluss spielt(e) für die Maoristämme der Umgebung stets eine große Rolle und tatsächlich ist zurzeit auch ein Film (Riverqueen) in den Kinos, der die Konflikte zwischen europäischen Siedlern und angestammten Einwohnern zum Thema hat. Eine der Hauptrollen spielt Kiefer Sutherland und man muss sagen, dass unser Fluss- und Kanuguide ihm wirklich recht ähnlich ist – wie wir bald erfahren hat er auch tatsächlich als Double im Film mitgewirkt. Nicht nur Kanu und Flusslandschaft, nein auch Glanz & Gloria der neuseeländischen Filmindustrie werden uns also geboten.

Im Anschluss geht’s weiter nach Wellington – südlichst gelegene Hauptstadt der Welt und durchaus korrekt mit dem Spitznamen „Windy Welly“ ausgestattet. Der Wind kommt ungebremst übers Meer und weht fast pausenlos durch die Stadt – vor allem natürlich an touristisch interessanten, weil höher gelegenen, Aussichtspunkten und am Hafen. Ansonsten ist’s eine nette Stadt – viele ältere Häuschen und eine Menge Kaffeehäuser (ist ja angeblich auch die Kaffeehauptstadt Neuseelands – wenn nicht des Südpazifiks), deshalb bleiben wir gleich vier Tage und freuen uns am städtischen Trubel.

Letztendlich zieht es uns aber wieder weiter und wir begeben uns auf die (ohnehin schon vorgebuchte) Fähre und setzen auf die Südinsel über. Dabei wird mir auch ganz klar, dass das Leben des Seemannes nie das meinige sein wird – von schwerer See kann man vermutlich noch lange nicht sprechen, trotzdem bin ich heilfroh nach drei Stunden Fahrt wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Die Südinsel begrüßt uns vorerst einmal mit starkem Regen und Wind – zudem ist die Landschaft der des oberösterreichischen Salzkammergutes teilweise nicht ganz unähnlich – wir fühlen uns an die Sommerurlaub unserer Kindheit erinnert. Bestimmt kommt aber auch bald wieder die Sonne zum Vorschein – tut sie in Neuseeland ja jeden Tag. (David Bichler)

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    foto: david bichler
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