Urlaub im Niemandsland

9. Oktober 2006, 15:08
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Qualität im ORF-"Weltjournal": BBC-Reporter Simon Reeve macht in vier Folgen "Urlaub im Krisenherd"

Wer im ORF Qualität sucht, ist seit Jahr und Tag mit dem "Weltjournal" bestens bedient. Eindrucksvoll wird das ab Mittwoch zur gewohnten Sendezeit um 22.30 Uhr, wieder unter Beweis gestellt, wenn BBC-Reporter Simon Reeve in vier Folgen "Urlaub im Krisenherd" macht.

Erster Aufenthalt: Somaliland. Seit zwei Jahren habe es nicht geregnet, zehntausende leiden Hunger, berichtet Reeve. Ob sie Hilfe von außerhalb bekämen, will er von seinem Guide Jussuf wissen. "Nein", antwortet der. Somaliland wird offiziell nicht anerkannt. Deshalb: Kein Geld, keine Hilfe, "nicht einmal in Notsituationen".

Die Nicht-Anerkennung hat ganz praktische Konsequenzen, erklärt Edna, die Außenministerin: "Kardiologen kommen nicht, weil sie uns mit Somalia verwechseln." Dessen Hauptstadt Mogadischu gilt als gefährlichste Stadt der Welt. Reeve hat auch sie besucht. Die Männer in den Straßen tragen Maschinenpistolen. Somaliland hingegen hat eine stabile Regierung und – als Indiz dafür – funktionierende Ampeln.

Was, wenn Somaliland zur Vereinigung mit Somalia gezwungen würde, fragt Reeve: "Wäret ihr vorbereitet zu kämpfen?" Jussuf überlegt nicht lange: "Wir haben keine andere Wahl." Zu verantworten hätte das die internationale Gemeinschaft.

Nächsten Mittwoch fährt Simon Reeve nach Transnistrien in Moldawien, dann nach Südossetien und Taiwan. Das Ganze ist via Zweikanalton sogar in Originalfassung zu bewundern. (prie/DER STANDARD; Printausgabe, 9.8.2006)

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    foto: orf
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