I wer’ proletarisch!

Redaktion, 10. August 2006, 12:37
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    Der Komet des Westens läuft auf. Sodinger Spieler bahnen sich in der heimischen Glückauf-Kampfbahn ihren Weg auf das Spielfeld (1954).

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    Kaum vorstellbarer Andrang bis zum Spielfeldrand.

Von einem "Proleten­sport" spricht niemand mehr, seit die VIPs eigene Tribünen haben - Trotzdem ist die Entwicklung des Fußballs mit der Arbeiterklasse untrennbar verknüpft

»1963 hatten die Fans im Stadion noch ‚She Loves You‘ gesungen und den Rest der Woche in den Docks gearbeitet. Ende der Sechziger oder Anfang der Siebziger waren sie bereits entlassen und arbeitslos. Wir sprechen hier von der Entwurzelung der Arbeiterklasse, die ihrerseits die Wurzel des Spiels war. Der Fußball macht indessen so weiter, als wäre nichts gewesen.« (Philippe Auclair, »France Football«)

Fußball sei ein Proletensport, hieß es damals, als wir aufwuchsen. Die »besseren Leute« rümpften noch skeptisch die Nase und schickten ihre Kinder lieber zum Tennis als auf den Fußballplatz. Proleten gab es damals noch, die Linke adelte sie angesichts ihrer historischen Aufgabe zu stolzen »Proletariern«. Ihre Söhne stellten die besten Kicker der Nation. Mag sich auch an der überwiegend »proletarischen« Herkunft der meisten Fußballer seither nichts geändert haben – das gesellschaftliche Gewicht und die politische Bedeutung der Arbeiterklasse ist in den letzten 20 Jahren zu einer Randnotiz verkommen. Dabei ist die Frage, wer sich noch als »Hackler« qualifiziert, nicht entscheidend.

Die Mittelschichtsgesellschaft drückte dem Fußball ebenso ihren Stempel auf wie die ständig zunehmende Kommerzialisierung. Im selben Zeitraum, in dem sich der Neoliberalismus aufmachte, noch die letzten von kapitalistischer Verwertung verschonten Enklaven zu erobern, wurden Begriffe wie »Arbeiterklasse« und »Proletariat« zu Running Gags auf Partys, wo Spätgeborene mit dem DDR-Emblem auf der Brust posierten.

Im Stadion hat sich der Begriff des Arbeitervereins ohne komische Konnotation erhalten. Weil innerhalb der Stadionmauern historische Begriffe noch eine Bedeutung haben, während sie außerhalb der Lächerlichkeit preisgegeben sind. Nicht nur die »Arbeiter« in der Kurve sind die wortgewaltigen Fürsprecher einer »proletarischen Tradition«, sondern Fangruppen, die sich zu einem guten Teil aus der Mittelschicht rekrutieren. Für sie ist der Fußball dann am schönsten, wenn er ohne kapitalistische Clownerie auskommt. Deshalb hat die Arbeiterklasse ihren Platz in der Geschichte des Fußballs nicht verloren: als konstitutives Element eines Sports, der von unten kommt.

When Saturday comes

1883 war es soweit. Im Finale des englischen FA-Cups schlug die Mannschaft des Arbeitervereins Blackburn Olympic die bürgerlichen Old Etonians mit 2:1. Die Bourgeoisie – oder besser: ihr Nachwuchs an den »Public Schools« von Eton und Cambridge – hatte das Spiel aus der Hand gegeben. Nie wieder sollten ihre Klubs ein FA-Cup-Finale erreichen, wie Dietrich Schulze-Marmeling in seiner lesenswerten Schriftensammlung »Der gezähmte Fußball« festhält.

Noch Mitte des 19. Jahrhunderts hatten die Eliteschüler den Ton auf den Fußballplätzen angegeben. Der Fußball war bürgerlich, weil er Freizeit beanspruchte - Freizeit und Gesundheit. Beides fehlte der Arbeiterschaft im Heimatland des Manchester-Liberalismus. »Diese bleichen, hochaufgeschossenen, engbrüstigen und hohläugigen Gespenster, an denen man jeden Augenblick vorüberkommt, diese schlaffen, kraftlosen, aller Energie unfähigen Gesichter«, beschrieb Friedrich Engels 1844 in seinem Werk »Die Lage der arbeitenden Klasse in England« das vom 12-Stunden-Tag geschundene englische Industrieproletariat. Doch mit zunehmender gewerkschaftlicher Organisierung erkämpfte sich die Arbeiterklasse eine Verkürzung der Wochenarbeitszeiten und einen für den englischen Fußball auch heute noch wichtigen Zeitraum: den freien Samstagnachmittag, fortan ein fixer Termin für die proletarischen Kicker.

Die proletarische Spielweise

Mit der knapp bemessenen Freizeit eroberte der Fußball in kürzester Zeit die Arbeiterviertel. Dabei mag es paradox anmuten, dass die Schwerstarbeiter ausgerechnet ein Kraft raubendes Spiel wie Fußball zu ihrem Sport erklärten. Anscheinend gibt es aber keinen Widerspruch zwischen einer körperlich anspruchsvollen Arbeit und der physisch anstrengenden Sportart: Arbeitervereine, von Liverpool bis Schalke, haben bis zur endgültigen Einführung des Profitums immer wieder bewiesen, dass die Hackler in ihren Reihen über genügend Kondition verfügten, um am Spielfeld mitzuhalten. Vielleicht ist sogar das Gegenteil wahr: Dass einer beschwerlichen Tätigkeit in der Produktivsphäre auch eine anstrengende »Reproduktion« am besten entspricht.

Die Arbeiter brachten so einen eigenen Stil in das Spiel ein: Das englische »Kick and Rush« ist genauso ein Beleg für die proletarische Spielweise, wie die traditionelle Anlage von Mannschaften wie Rapid oder Olympique Marseille. Obwohl schon lange keiner ihrer Spieler mehr Schichten in der Fabrik oder im Hafen schieben muss, hat sich der »Kampf« und der starke physische Einsatz über ein Jahrhundert erhalten, weil dieses wichtige Identifikationsmerkmal von den Fans der Arbeitervereine laufend eingefordert wird.

Mit dem körperlich robusten Spiel alleine hätten sich die Arbeiterfußballer aber auf Dauer kaum durchsetzen können: Aufgrund der anfänglichen Unterlegenheit galten die proletarischen Kicker als Underdogs. So sprach man zum Beispiel in Wien bei hohen Niederlagen von »Arbeiterresultaten«, begründet in den teils zweistelligen Niederlagen der jungen Rapid gegen die etablierten bürgerlichen Gegner. Gegen die scheinbar übermächtigen Konkurrenten konnte man sich nur mit Spielwitz behaupten – und mit kollektiver, geschlossener Spielweise. Diese Eigenschaft ist nicht zuletzt Ergebnis der politischen Strömungen in der Arbeiterbewegung.

Ewige Amateure

So wie das Proletariat nicht die ersten Vereine und Kicker stellte, so verschlief auch ihre politische Bewegung den Beginn des Fußballsports. Oder sie stellte sich grundsätzlich gegen ihn. Als bekanntestes Beispiel dafür gilt die Politik der deutschen Sozialdemokratie, die in diesem Punkt die konservative Geisteshaltung in ihren Reihen unter Beweis stellte. Ende des 19. Jahrhunderts lud die SPD ihre Genossen lieber zu Turnübungen als auf den Fußballplatz. Turnen als »deutscher Sport« war den sozialdemokratischen Funktionären nicht so suspekt wie der ausländische Fußball, Turnen diente zur Leibesertüchtigung für den Klassenkampf.

Die Ignoranz hielt aber nicht lange: Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, gab es weitaus mehr Fußballer in den Reihen der Arbeiterbewegung als übrig gebliebene Turner. Der »Arbeiter Turn- und Sportbund« veranstaltete in Konkurrenz zum bürgerlichen Lager eine eigene Meisterschaft, doch die großen Arbeiterklubs (mit Spielern und Fans aus dem Proletariat) spielten lieber beim DFB mit, wie etwa Schalke 04 oder Fortuna Düsseldorf. Auch in Österreich wurde mit dem VAFÖ (Verein der Amateur Fußballvereine Österreichs) ein sozialdemokratisch geprägter Verband gegründet, der 1934 vom austrofaschistischen Dollfuß-Regime aufgelöst wurde.

Als Erwin Seeler, der Vater von Uwe Seeler vom proletarischen Verein Lorbeer 1906 Rothenburgsort zur bürgerlichen Victoria Hamburg wechselte, galt er fortan als »verirrter Proletarier« beim Anhang und in der Parteipresse. Natürlich war es auch der finanzielle Anreiz, der Arbeitersportler zum »Klassenverrat« bewegte. Wobei die orthodoxe Position der Sozialdemokratie zum Amateurismus ihren Anteil daran hatte, dass sich proletarische Kicker von ihr abwandten.

Die Forderung nach bezahlten Profis im Fußball ist keineswegs gleichzusetzen mit den Forderungen heutiger, überbezahlter Kicker nach Millionengagen. Denn erst der Status des Profis ermöglichte es dem Arbeiter, im Fußball mit Angehörigen der Mittel- und Oberschichten gleichzuziehen. So traten etwa in den 30er-Jahren in Argentinien die proletarischen Kicker in einen unbefristeten Streik, um als Profis anerkannt und bezahlt zu werden. Ihre Darbietungen hatten den Vereinsbossen Einiges an Geld eingebracht, das ihnen als Amateure verweigert wurde.

»Fußball, das ist unsere Prägung durch die Arbeiterklasse« (John Cleese)

Fußball ist keine Erfindung der Arbeiterbewegung, kein kulturelles Phänomen, das erst auftrat, als das moderne Industrieproletariat entstand. Aber fast. Ohne die Eroberung durch die Arbeiterklasse wäre der Fußball nicht dort, wo er heute ist: Eine gesellschaftliche Größe in beinahe jedem Land der Welt, ein Sport, der wie kein zweiter politische und soziale Konflikte widerspiegelt.

Man könnte meinen, das Bürgertum hätte nach dem Zweiten Weltkrieg schrittweise wieder die völlige Kontrolle über das Spiel zurück gewonnen. Genauso wie es gelang, die Arbeiter in den westeuropäischen Ländern allmählich mit dem kapitalistischen Wirtschaftssystem zu versöhnen, wurde auch der Fußball zu einem Ausdruck des »Klassenkompromisses«. Der Betrieb der Vereine läuft nach den Kriterien des Profits, Spieler wie Zuschauer ordnen sich den Weisungen des Managements unter. Viele der traditionellen Arbeiterklubs (etwa aus dem Ruhrgebiet) fristen heute ein Dasein in den unteren Ligen; Vereine, deren Identität an die Betriebe der Region geknüpft war, haben eine ähnliche Talfahrt erlebt wie die Arbeitsstätten, aus denen über lange Zeit ihre Kicker stammten.

Andere Klubs mit proletarischem Hintergrund haben den »Strukturwandel« mitgemacht und präsentieren sich heute als erfolgreiche Großklubs mit dem Nimbus eines vormals volksnahen Vereins, wie etwa Liverpool, Rapid oder Borussia Dortmund. Dabei dient vielen Anhängern das Prädikat »Arbeiterverein« nur mehr als modisches Beiwerk, während viele »linke« Fans einer hemmungslosen Romantik ohne realen Bezug anhängen. Und doch existieren in den Stadien noch heute die Nachfolger der »proletarischen Versammlungen« bei den Spielen der Arbeitervereine. Fankurven, die sich in ihrem Ritus, ihrer Kollektivität und ihrem Selbstverständnis bewusst oder unbewusst an die Arbeitermassen früherer Zeiten anlehnen. Sie bilden den Gegenpart zu den »Reichen« auf den VIP-Tribünen und lehnen betont die kommerzielle Seite des Spiels ab, den »Modernen Fußball «, der sich des Großteils seiner proletarischen Wurzeln entledigt hat.

Somit ist die Geschichte des Arbeiterfußballs auch ein Abbild des gesellschaftlichen Kräfteverhältnisses, in dem letztlich der Kampf um die kulturelle Hegemonie von einer Seite entschieden wurde, während die andere für viele nur mehr als Folklore taugt. Trotzdem wird es nie ganz gelingen, den Fußball ohne Proleten zu spielen. (Text: Stefan Kraft und Hans Georg Egerer, Fotos: archiv ralf piorr)

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Posting 1 bis 25 von 56
1 2
kirchenmaus, arme
00
20.11.2006, 11:55

hervorragender artikel!

isrichtig
00
21.8.2006, 17:43
aber die meisten ....

österreichischen Fussballer kann ich überhaupt nicht
einordnen !

Verdienen wie die gehobenen und
reden wie die unteren Gesellschaftsschichten.

:-)

disconerd in barcelona
32
16.8.2006, 10:09
normalerweise ...

... begeisterter ballesterer leser. aber dieser artikel ist blabla. hätte mir mehr erwartet, da das ein reizvolles thema ist. schade.

SK Vöest forever!

Thomas Jandl
51

Also Rapid kaempft weil sie ein Arbeiterverein sind? Auch Sturm. Und Magna und der GAK (letzterer als Grazer Akademiker Klub gegruendet) kaempft nicht weil die fuehren die feine Klinge und wollen sich nicht schmutzig machen???

Es gibt im modernen Fussball keinen Verein mehr der ohne Kampf ins Spiel kommt. Und Rapid hat einen Bazina verpflichtet, der wirklich kein Hackler ist.

Fuer mich sind solche Artikel einfach Journalistenarbeitsbeschaffung -- schreiben whatever um was auf die Webseite zu kriegen.

Max Ringler
03
Von wem...

...ist der Spruch: "Seitdem es bei Hofer Golfausrüstungen gibt kann man als Intelektueller endlich wieder auf den Fußbalplatz gehen, weil alle Proleten Golf spielen!"?

purice
00
12.8.2006, 12:15

Alfred Dorfer?

Friedl2111
00
Tradition ist Marketing

Spitzenklubs können nur erfolgreich als Wirtschaftsunternehmen geführt werden. Die Tradition, ua ist - mit ganz wenigen Ausnahmen - nur eine Marke, die gepflegt wird. Man will ja keine Stammkunden (Fans) verlieren. Die Marke darf man nicht zu schnell ändern, aber doch jedes Jahr anpassen, man will ja auch mit Merchandising verdienen. Man kann ja auch die Ansicht vertreten, dass die Klubs hier die Fans mit gutem Marketing gewinnen (Beckham und Merchandising, ua). Insofern hat RB die neue Marke sehr ungeschickt eingeführt. Das Stadion ist voll, es kommen halt jetzt andere KundInnnen, vor allem mehr Frauen. Mann muss ja nicht hingehen - und sollte sich auch nicht vom eigenen Klub für dumm "verkaufen" lassen. Spieler und Manager verdienen gut!

schlitzohrlinski
02
Als Einweisung an die RB-Jünger bzw. RBS-Fans

Als sozio-ökonomischer Hintergrundbericht über die Herkunft, die Wurzeln des Fußballs im Allgemeinen und der Vereine im besonderen, lege ich diesen Beitrag allen RedBullSalzburg "Fans" ans Herz.

Ich bin zwar selbst kein Fan eines "Arbeitervereins" - in Graz & der Steiermark ist das Sturm & ich bin GAK-Fan -, aber die Tradition, die Geschichte eines jeden Vereins mag er noch so klam sein, macht für jeden Fan seinen Verein unverwechselbar und somit nicht austauschbar.

Aber Rapid & Sturm als Arbeitervereine, Austria & GAK als "feinere" Klubs, das ist Fußballgeschichte: Wenn natürlich das gelebte Fanwesen diesen Trennlinien nicht mehr 1:1 den überkommenen Stereotypen folgt.

RedBull führt den Fußball in neue Sphären: Wertfrei gesagt.

Friedl2111
00
RB führt in andere Sphären ...

Wo leben Sie?
Blicken Sie nach England, was sich in Manchester, bei Arsenal od. Chelsea abspielt.
Da kosten Tickets so viel, dass nur mehr Mittelklasse aufwärts es sich leisten können. Da werden die Fans genauso "ausgenützt" mit jährl. wechselnden Dressen und Merchandising. Was hat Schalcke noch mit einem Arbeiterklub zu tun. Das ist doch nur Marketing an das die jeweiligen Fans gerne glauben wollen. Bei RB bekommt man mehr fürs Geld, wenn ich Eintrittsgeld, ua. vergleiche. Was hatten frühere Legionärstruppen mit der Sbg. Austria zu tun? Sie hatten violette Leiberl ja, aber außer der Kostümierung? Nur Barcelona verweigert eine Dressenwerbung, sonst kann sich das niemand mehr leisten.

daweisse
00
22.8.2006, 11:48

wechselnde dressen, merchandising und wachsende ticketpreise haben nichts mit der Identifikation eines Fans mit seinem Klub zu tun. Es gehts um Identifikation durch Tradition und letztere wird bei englischen Klubs erhalten, bzw. bemühen sie sich diese zu erhalten unter den gegeben Umständen des modernen Fußballs (vermutlich muss man hier nur Manchester seit Glazer hier ausnehmen).
Dieses Bemühen war bei RB nie zu erkennen, noch wurde es je angestrebt (weder in Salzburg noch in New York). Das muss auch jeder RB-Fan einsehen, ob's im passt oder nicht...

und bitte hörn's auf mit floskeln a la "Wo leben Sie?", des is mehr ois peinlich...

daweisse
00
22.8.2006, 13:46

hui, meine rechtschreibfehler in letzterem posting sind mir gerade peinlich...

sixela
00

Auch Sturm Graz ist kein "Arbeiterverein" mehr. Die Zeiten sind längst vorbei. Es gibt keine "Arbeitervereine" mehr - und das ist gut so. Nicht weil ich etwas gegen Arbeiter hätte. Aber ich hab was gegen diese Klassenkampfrhetorik. Die Menschen lassen sich heute nicht mehr in Kastln stecken.

tiuri
 
00
klasse, liebeR sixela, ist keine psychologische kategorie, sondern

eine ökonomische. arbeiterInnenklasse ist mensch nicht, weil er oder sie von irgendwem eingeteilt wird, sondern weil er oder sie entweder nichts besitzt als seine oder ihre arbeitskraft zu verkaufen, um die bedürfnisse zu befriedigen oder schon. natürlich ist die welt nicht schwarz-weiß, aber als zwei gegenüberstehende pole lässt sich das schon verstehen. die frage nach dem klassenbewusstsein ist natürlich eine andere...

aber was den arbeiterverein anbelangt stimm ich Ihnen zu. mit dem wirtschaftsboom verschwanden und verschwinden auch immer mehr arbeitervereine in der versenkung. nichtsdesto trotz ist auch der fußball ein umkämpftes feld gegen das kapital und seinem bedürfnis der profitmaximierung (zB RB Salzburg, Magna Wien, etc.)

Hans-Jörg Schwabel
00
Der "Arbeiterverein" SK Sturm Graz,

dessen Präsident im Rolls Royce vorfährt.

Dann schon lieber Abramovitch.

a klana indiana
00
11.12.2006, 19:11
der fährt....

seinen karren wohl demnächst zum gerichtsvollzieher...

Thomas Jandl
00

Wenn's auf den Praesi ankaeme, waere Sturm der Haefnverein.

schlitzohrlinski
02
Sozioökonomische Trends & Red Bull

Diese neuen Sphären stellen nochmal eine Steigerung des oben beschriebenen Trends dar.

Sich einen Fußballverein aus Kalkül und marketingtechnischen Gründen zu halten und nicht nur zu sponsorn, ist neu.

Die Art und Weise wie Red Bull die marode Austria Salzburg "rettete" und wie man mit den "Proletariern" der Fankurve umging, provozierte in ganz Europa Solidaritätskundgebungen mit den von Mateschitz geschaßten Fans.

Diese Kundgebungen kamen aus dem Gedanken heraus: Was wenn das meinem Verein passiert? Was wenn die Geschichte und Symbole meines Vereins ausradiert und ich in meiner Fan-Identität von einem Tag auf dem anderen beraubt werde?

Für jeden Fan im Unterschied zu Konsument grausame Vorstellung - ein Alptraum!

Friedl2111
00
und die violetten Fans

machten dann dasselbe mit dem PSV!
Und wollten die schwarz-weißen gleich in violett kleiden. Also was jetzt?

Felix Da Housecat
00

Damals wollte der PSV die Sektion Fussball ohnehin ausgliedern bzw. auflösen (so wie es jetzt auch tatsächlich geschehen ist!), und gegen eine Zusammenarbeit mit Austria Salzburg hatte auch niemand was einzuwenden. Fans hatte der PSV praktisch keine und die handvoll Zuschauer, die sich seit Jahren ab und zu ein Spiel ansahen, waren durchaus zufrieden mit dieser Kooperation. Und wenn sie jetzt vielleicht behaupten, Sie wären ein "Fan" des PSV, dann müssten Sie wissen, dass die Dressenfarbe vor der Kooperation mit der Austria nicht Schwarz/Weiß, sondern eine andere war. Sie können mir auch sicher sagen welche, oder?
PS.: Dieses "Schwarz/Weiß" wurde übrigens bei der Generalversammlung des PSV - ohne zutun der Austria - aus dem Namen entfernt.

Friedl2111
00
11.8.2006, 21:20
ich bin kein Fan vom PSV

aber der erste violette Dressenentwurf eliminierte die PSV-Geschichte ebenso wie die RBullen die violette Vergangenheit ignorierten.
Viola fuhr über die PSV-Fans ebenso drüber wie RB über Viola. Es ist doch pervers, wenn die Violetten auf einmal Kickern zujubeln, die mit der violetten Tradition überhaupt nichts zu tun haben. Nur weil sie violette Dressen anhaben. RB hat scheinbar bewußt die Marke gewechselt. Andere europäische Großklubs manipulieren die Fans genauso und sind vom Fußballverein alten Zuschnitts zu Aktiengesellschaften geworden. Sie pflegen halt ihre Marke gut: zB ManU. International erfolgreich geht´s nur so. Lassen Sie sich doch nicht von violetten Leiberln täuschen, wenn drinn nur gutbezahlte Durchschnittskicker stecken.

Runder Fisch
00
12.8.2006, 22:11

Hier wird Ihnen geholfen: www.sv-austria.at

stelzengeher enrico
00

Sehr schön!
Zu den Red Bull Konsumenten-"Fans" noch ein paar passende Zeilen eines bekannten Musikers:
"denn die menschen ohne seele kaufen dinge ohne seele; kaufen plastik. und sie mögen es so gerne, weil es ihnen so ähnelt, dieses plastik.....
ja, auf dem planeten playmobil
lieben sie das sterile
und jedes gefühl, gilt es zu desinfizieren
die hirne aus acryl und die herzen sind aus pvc
ja, ich beneide sie,
denn niemals tuts ihnen in der seele weh...
..denn die menschen ohne seele mögen dinge ohne seele.." (Jan Delay - Song: plastik//Album: mercedes dance)

sixela
00

Ich bin kein RB Salzburg Fan (und schon gar nicht von diesem Gesöff). Aber ist es nicht Tatsache, dass RB Salzburg heute mehr Fans hat als Austria Salzburg in den 80ern bis zur Übernahme? Nur darauf kommt es an, wenn es um die Beurteilung geht, ob die Fans einen Klub mögen.

denny_crane
00

Nein. Es sind zwar mehr Zuschauer im Stadion, aber niemand kann "Fan" eines Klubs sein, der erst ein Jahr existiert, und seine Identität zur Gänze von einem multinationalen Konzern ableitet.

Friedl2111
00
ok, ich bin Fußballfan

und keiner von RB. Mich freut es ein gutes Spiel zu sehen (ich bin Konsument) und ärgere mich, wenn ich Zeit und Geld investiere und ich keine Gegenleistung sehe. Aber so sind auch die Fans. Wenn die Spieler nicht zumindest Einsatz zeigen, werden sie auch ausgepfiffen.
Fan war ich von Vöest Linz. Ich freue mich aber auch wenn die Violetten aus Wien in der CL spielen. Ich hinterfrage aber auch, wem die Sbg. Violetten nachrennen, wenn sie auf einmal irgendwelchen viertklassigen PSV-Kickern zujubeln, nur weil sie ein paar violette Zeichen tragen. Wo ist die Tradition der Austria? Wo war die sich durchziehende Identität? Man sieht halt gerne, was man sehen möchte.

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