Regierung verlängert Blum-Bonus bis Mitte 2007

28. März 2007, 16:54
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Schüssel und Gorbach von Wirkung der Förderungsmaßnahme überzeugt - ÖGB: Blum-Förderung alleine reicht nicht aus

Wien - Die Regierung hat beim Sommer-Ministerrat am Dienstag die Verlängerung des Blum-Bonus beschlossen. Die Aktion zur Förderung von zusätzlichen Lehrstellen, die am 31. August dieses Jahres ausgelaufen wäre, wird bis 29. Juni 2007 weitergeführt, sagte Vizekanzler Hubert Gorbach (B) im Pressefoyer nach dem Ministerrat. Über die Kosten der Förderung machte er vorerst noch keine Angaben. Finanziert wird sie jedenfalls aus dem Budget 2007, so Gorbach.

Der Vizekanzler und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) zeigten sich überzeugt, dass seit der Einführung des Blum-Bonus am 1. September 2005 ein "eindeutiger Gegentrend" zur davor steigenden Jugendarbeitslosigkeit eingetreten sei. Derzeit befinden sich laut Gorbach rund 13.400 Lehrlinge in dem Programm.

Zusätzliche Lehrstellen

Der Blum-Bonus fördert Betriebe, die zusätzliche Lehrstellen schaffen. Unternehmen erhalten dabei pro Lehrling und Monat im ersten Jahr 400 Euro, im zweiten Jahr 200 Euro und im dritten Jahr 100 Euro, also insgesamt 8.400 Euro pro Lehrling. Im ersten Jahr war der Förderungstopf mit rund 59 Mio. Euro ausgestattet. Gorbach sprach von einer wesentlichen Maßnahme zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit.

Zweites Arbeitsmarktthema beim Ministerrat war laut Schüssel die Arbeitsmarktsituation im Juli. Der Kanzler sprach angesichts der 3,4 Mio. Beschäftigten von einem "historischen Höchststand". Die "überproportionale Steigerung" der Beschäftigung sei auch am Rückgang der Arbeitslosenzahlen ablesbar, sagte Schüssel. In absoluten Zahlen gebe es weniger Arbeitslose als im Juli 1998. Besonders interessant sei der Rückgang bei der Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit, so der Kanzler, der in diesen Zahlen die Wirkung der AMS-Beschäftigungsprogramme bestätigt sah.

ÖGB: Blum-Förderung alleine reicht nicht aus

"Trotz intensiver Schulungstätigkeit und massiver finanzieller Förderung für Lehrbetriebe hat sich die Situation am Arbeitsmarkt für Jugendliche nicht nachhaltig gebessert", konstatiert der Leitende Sekretär im ÖGB, Richard Leutner, am Dienstag in einer Aussendung. Mit Ende Juli 2006 hatten insgesamt 20.447 Jugendliche keine Lehrstelle im Betrieb: 5.050 Jugendliche sind in verschiedenen Maßnahmen (10-monatigen Auffangnetz-Lehrgängen, Selbstständige Ausbildungseinrichtungen nach §30 BAG und Integrative Berufsausbildung).

Dazu kommen über 10.642 Jugendliche, die sofort eine Lehrstelle brauchen und 4.755 Jugendliche, die in kurzfristigen Schulungen sind und zum Teil auch eine Lehrstelle brauchen. "Für Jugendliche wird es von Tag zu Tag schwerer einen Lehrplatz zu finden", so Leutner weiter.

Prinzipiell zu begrüßen

Die Verlängerung des "Blum-Bonus", die vom Ministerrat heute, Dienstag, beschlossen wurde, sei prinzipiell zu begrüßen. "Dennoch ändert dies nichts an der Tatsache, dass uns im Herbst 2006 eine Situation einholen wird, wo Maßnahmen dringend in Angriff genommen werden müssen." Der Effekt der Blum-Förderung sei zwar positiv, jedoch nicht in einem Ausmaß wie Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) es erklärt habe. Waren Ende Juli 2006 13.389 Förderfälle genehmigt, so zeige sich im Vergleich zum Juli 2005 jedoch nur eine Zunahme von 1.509 Lehrstellen. "Wir fordern daher, dass die Förderung zusätzlicher Lehrstellen monatlich evaluiert und die Prüfung der Förderanträge durch das AMS verstärkt und besser dokumentiert wird", verlangt der Leitende Sekretär.

Berücksichtige man die Blum-Förderung und bringe jene Jugendlichen in Abzug, die bis Herbst noch eine Lehrstelle finden werden, entstehe trotzdem ein Bedarf von zusätzlichen 10.000 Plätzen im Auffangnetz. "Minister Bartenstein fordern wir auf, die nötigen Plätze zur Verfügung zu stellen, um tausenden Jugendlichen eine berufliche Zukunft zu sichern", so Leutner abschließend. (APA)

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