MERZ aus Ruinen

17. August 2006, 14:40
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Ironisch-politisch-gesellschaftskritische Installation vom englischen Künstler Lee Holden im Magazin4 in Bregenz

Der Müll der Konsumgesellschaft, das liegen gelassene Chaos, atmet noch etwas von seinem früheren Leben. Die Idee vom gemütlichen Gartenmobiliar steckt immer noch in dem verrosteten Metallgestänge, das der englische Künstler Lee Holden zwischen halbverkohlten Brandresten installiert. Der Dreckhaufen ist sauber eingerahmt von zersprungenem Sicherheitsglas (es stammt aus per Vandalismus zerstörten englischen Telefonzellen), darauf drapiert, ein makelloser roter Polster, darüber dudelt eine Reihe TV-Geräte gängigen Entertainmentterror.

Diese ironisch-politisch-gesellschaftskritische Installation trägt den Namen "We neither confirm nor deny" und ist eines von 18 Exponaten der Ausstellung MERZ. Der Name leitet sich von der Kurt Schwitter'schen Collagetechnik (und -philosphie) ab, die sich prinzipiell jeden Materials bemächtigt, die eine Akkumulation kontrastierender Elemente und einen Prozess des Beziehungen-Schaffens anstrebt. Eine spannende, vielseitige, lustige und daher empfehlenswerte Ausstellung. (mh/DER STANDARD, Printausgabe, 8.8.2006)

Magazin4
Bergmannstraße 6, 6900 Bregenz
05574/410 15 11
Mi-Fr 16.00-19.00, Sa-So 12.00- 16.00
Bis 24. 9.
  • Pazifismus aus Holz, Fotokopien und Malerei. "House Orange" von Anna Fasshauer.
    foto: m4

    Pazifismus aus Holz, Fotokopien und Malerei. "House Orange" von Anna Fasshauer.

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