"Stachanov" unbedankt und pleite

25. Oktober 2006, 17:03
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Der heute 71-jährige Alois Rechberger war zeitlebens so fleißig, dass er bisweilen mehrere Jobs gleichzeitig angenommen hatte

Der im steirischen Hartberg geborene, heute 71-jährige Freiform- und Streckstahlschmied-Pensionist Alois Rechberger (17 S 720/97v, LG Leoben) war zeitlebens so fleißig, dass er bisweilen mehrere Jobs gleichzeitig angenommen hatte. Auf den Höhepunkten seiner Karrieren war er 1985 Zentralbetriebsrats- und Arbeiterbetriebsratsobmann, 1974 Mitglied des Aufsichtsrates der Vereinigten Edelstahlwerke AG, 1986 Mitglied des Aufsichtsrates von Böhler-Düsseldorf. Von 1975 bis 1987 war er Abgeordneter zum Nationalrat, nebenbei verdiente er sich als Präsident der Kammer für Arbeiter und Angestellte der Steiermark ein karges Zubrot.

Dennoch war es ihm nicht vergönnt, seinen Lebensabend im verdienten Wohlstand zu genießen, (Volksstimme: "1990: Multifunktionär Alois Rechberger wird wegen missbräuchlicher Verwendung von Gewerkschafts- und AK-Geldern verurteilt"), erst vor ein paar Tagen wurde sein Konkursverfahren beendet und festgeschrieben, dass er - in Raten bis ins 77. Lebensjahr - bloß drei Prozent seiner Schulden berappen muss. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.8.2006)

Zur Person
Alexei Grigorjewitsch Stachanow (1905-1977), sowjetischer "Vorzeigearbeiter" und Namensgeber der so genannten "Stachanow-Bewegung" (siehe auch Eintrag zu Stachanow auf Wikipedia)
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