Seepferdchens Geburtswehen

1. Dezember 2002, 21:13
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Ein Zucki für einen anderen Entwurf von "Mutterschaft"

Seepferdchen leben im Grünen. Dort, wo Seegras wächst, denn durch ihren nicht sehr funktionellen Körperbau kann diese Fischart mit den kleinen Flossen unterhalb des Kopfs nur schwer gegen Strömungen anschwimmen.
Deshalb haben sie Klammerschwänze, mithilfe derer sie sich an den Halmen festhalten. Die Kleinen sind RäuberInnen, nur gehen sie nicht auf Jagd. Sie lassen sich angeklammert im Wasser treiben, bis Beute in die Nähe ihres Mauls kommt, und: Schwupps - Eingesaugt.
Sie drücken ihre lange Zunge an den Gaumen, lassen die Spannung los, wodurch eine Sogwirkung entsteht, und kommen so zu Futter.

Partnerschaft

Seepferdchen leben in Zweierbeziehungen, was bei Fischen ungewöhnlich ist. Wenn nach ersten Balzritualen die sexuellen Zyklen von Männchen und Weibchen aufeinander abgestimmt worden sind, entstehen in der Triebsaison bis zu sechs Nachkommenschaften.

Was anders ist an der der Geschlechtlichkeit der Seepferdchen: Die Mutter wird nicht schwanger. Der Laich schwebt auch nicht im Wasser rum oder wird abgelegt. Der Bauplan der Seepferdchen sieht das als männlich definierte Seepferdchen als Mutter vor. Er trägt die Samen in einem Bauchbeutel mit sich. Die Seepferdchen-Frau ejakuliert ihre Eier in diesen Samenbeutel, und schon ist der Mann schwanger.

Bis zur Geburt dauerts nicht sehr lange, und dann gebärt der Mutter Hundertschaften von kleinen Pferdchen.

Dann steht Sie ihm wieder zur Seite, und das solange, bis eine/r der beiden stirbt. Die Anpassungsphase an eine/n neue/n PartnerIn ist für die Seepferdchen wohl mühsam.

Diese andre Konzeption von Elternschaft hat sich evolutionstechnisch nicht durchgesetzt. Weibliche Donatoren gibts nur bei diesen Tieren. Ein bedenkenswerter Bauplan.
(bto)

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    foto: seaworld.org
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