Luftfahrtverband stärkt AUA den Rücken

31. August 2006, 14:38
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In der Klage gegen die mögliche Monopol-Stellung der OMV bekommt die heimische Fluggesellschaft Unterstützung durch den europäischen Luftfahrtverband AEA

Wien - Der europäische Luftfahrtverband AEA stärkt der Austrian Airlines-Gruppe (AUA) bei ihrer Wettbewerbsklage gegen den Mineralölkonzern OMV den Rücken. Regulatoren sollten ihr Augenmerk auf die Wertschöpfungskette in der Luftfahrt richten, fordert der AEA. Zuletzt seien "fragwürdige Wettbewerbspraktiken am Markt für Kerosin gekommen", teilte die AEA am Montag mit. Als Beispiel wird auch die österreichische OMV genannt, die nach Ansicht der AUA ein "Monopol" für Kerosin in Österreich innehat.

35 Millionen-Euro-Schaden

Ende Juli schaltete die AUA die Wettbewerbsbehörde ein, um das Verhalten der teilstaatlichen OMV-Gruppe zu untersuchen. Die OMV beliefert nicht nur die AUA direkt, sondern liefert auch an die anderen Treibstoffanbieter in Österreich. Die Fluglinie fühlt sich durch ein von ihr behauptetes "Monopol" der OMV für Kerosin geschädigt, heißt es in der 35 Millionen Euro schweren Klage. Die OMV weisen die Vorwürfe zurück.

Als weiteres Beispiel nennt der AEA Italien, wo die nationale Wettbewerbsbehörde im Juni Ölfirmen wegen wettbewerbswidriger Praktiken zu einer Strafe von 315 Mio. Euro verurteilt hatte.

Ruf nach Regulierungen

Die AEA hat bereits wiederholt aufgerufen, andere Elemente in der Wertschöpfungskette der Luftfahrt mit derselben marktorientierten Disziplin unter die Lupe zu nehmen wie die Airlines. "Monopole müssen abgebaut oder mit Regulierungen eingedämmt werden, wo sie bei Zulieferern oder bei Dienstleistern entstehen", sagte AEA-Generalsekretär Ulrich Schulte-Stathaus.

Die Luftfahrtbranche leide bereits jetzt unter den außerordentlich hohen Treibstoffkosten. "Ein weiteres Ansteigen dieser Kosten durch unfaire kommerzielle Praktiken ist das letzte, was wir jetzt brauchen", so der AEA-Chef.

Auf Grund der anhaltend hohen Kerosinpreise hat die angeschlagene AUA-Gruppe kürzlich ihre Ergebnisprognose abgesenkt. Anders als ursprünglich prognostiziert, soll die Gruppe nicht schon dieses, sondern frühestens nächstes Jahr in die schwarzen Zahlen zurückkehren. (APA)

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    foto: standard/robert newald
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