Haider hungert Frauenreferat aus:

18. Juni 2000, 21:32

Für ein "Bürger-Büro"

Klagenfurt - Jörg Haider will angesichts der drastischen Budgetsitutation auch bei den Kärntner Landesbeamten kräftig einsparen.

Wie er sich freiheitliche Personaleinsparungspolitik in der Landesregierung konkret vorstellt, demonstrierte er vergangenes Wochenende. Da wurde mit großem Pomp Haiders neues "Bürger-Büro" eröffnet. Dessen Leiter Siegfried Wuzella - schon bisher bei Haider tätig - darf sich nicht nur über eine eigens für ihn geschaffene Unterabteilung freuen. Für ihn wurden gleich sieben neue Mitarbeiter eingestellt. Die Kärntner Frauenbeauftragte Helga Grafschafter dagegen hat nicht einmal eine Sekretärin. Die wurde, als Grafschafters Vorgängerin zu Haider wechselte, einfach mit abgezogen. Auch die Stelle der Gleichbehandlungsbeauftragten, die derzeit in Karenz ist, wurde nicht nachbesetzt. Grafschafter, die schon einmal von Haider vor die Tür gesetzt und wieder eingestellt worden war, zum STANDARD: "Für das Bürger-Büro soll das Frauenreferat offenbar ausgehungert werden."

Die Frauenbeauftragte befürchtet nun, dass es ihr ergehen könnte wie einem Protokollbeamten im Landtagsamt. FP-Landtagspräsident Jörg Freunschlag wollte den 57-Jährigen plötzlich wegen "mangelnder Arbeitsleistung" loswerden. Noch vor kurzem hatte Freunschlag den nach einer schweren Krankheit Genesenen unter Verweis auf dessen Qualitäten gebeten zu bleiben.
(stein)

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