AOL: Suchanfragen von 500.000 KundInnen ungeschützt im Netz

15. August 2006, 20:30
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Datenschützer laufen Sturm gegen die Aktion - alle Suchen ungefiltert zur Verfügung

Heftiger Kritik von US-amerikanischen Datenschützern sieht sich derzeit AOL ausgesetzt: Das Unternehmen hatte die Suchanfragen von mehr als 500.000 AOL-KundInnen "zu Forschungszwecken" in einem öffentlichen Wiki freigegeben.

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Der Datensatz umfasst dabei die Monate März bis Mai 2006, die Suchanfragen aus diesem Zeitraum stehen beinahe völlig ungefiltert in Form eine 440 MByte großen Datei zum Download. Zwar wurden die Screennamen der einzelnen BenutzerInnen durch zufällige Zeichenkombinationen ausgetauscht, aus den Suchen lassen sich aber Hinweise auf die dahinter steckende Person ziehen.

Identifikation

So sind in den Daten auch Suchen nach Personen oder Mail-Adressen vorhanden, die eindeutige Rückschlüsse zulassen. Ist eine Person identifiziert, kann das unangenehme Auswirkungen haben, schließlich lassen sich aus den Logs wohl auch viele private Informationen ablesen, die nicht alle gern in der Öffentlichkeit sehen wollen.

Ohne Wort

Eine offizielle Stellungnahme von AOL steht derzeit noch aus, Allerdings hat man die Daten mittlerweile vom Netz genommen. Freilich ist das nachträgliche Entfernen von veröffentlichen Daten im Netz nicht so einfach. Dies zeigt auch der Umstand, dass die Wiki-Seite weiterhin im Google-Cache erhältlich ist. Auch die Datensätze haben bereits ihren Weg in die P2P-Netze gefunden. (red)

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