Asiatische Immofonds auf dem Prüfstand

31. August 2006, 19:25
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Nach Immobilien- Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt USA oder Europa drängen Asien-Produkte erst seit kurzem auf den Markt - Eine Analyse von e-fundresearch.com

Immobilien-Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt USA, Global oder Europa gibt es bereits seit vielen Jahren. So wurde der älteste Europa-Fonds AXA Aedificandi schon im Jahr 1970 aufgelegt. Mitte der 90er Jahre kamen dann die ersten globalen bzw. US-Produkte auf den Markt. Besonders Europa-Fonds verfügen dabei bereits über ein ordentliches Volumen, wie folgende Übersicht aller in Österreich, Deutschland oder der Schweiz zugelassenen Immobilien-Aktienfonds zeigt:

- Immobilien-Aktienfonds Europa: 4,5 Mrd. Euro in 22 Fonds

- Immobilien-Aktienfonds Global: 2,5 Mrd. Euro in 18 Fonds

- Immobilien-Aktienfonds USA: 360 Mio. Euro in 9 Fonds

Spezielle Asien-Produkte erfreuen sich momentan großer Beliebtheit bei den Anlegern. Obwohl der älteste (und mit 1,1 Mrd. Euro an Volumen auch größte) Fonds Morgan Stanley Asian Property bereits 1997 aufgelegt wurde, dauerte es bis Juli 2005 bis ein zweites Produkt von Credit Suisse auf den Markt kam. Dann ging es aber Schlag auf Schlag: Im Herbst letzten Jahres starteten zwei weitere Fonds von Amadeus und Henderson, im März 2006 ein entsprechendes Produkt der SEB.

Die fünf Fonds vereinen derzeit bereits ein Volumen von 1,9 Mrd. Euro, wobei ein Großteil auf das Morgan Stanley Produkt entfällt. Damit ist die Assetklasse im deutschsprachigen Raum aber schon weitaus wichtiger als die neun US-Immoaktienfonds mit nur 360 Millionen Euro an Gesamtvolumen.

Was macht Asien so attraktiv?

Neben dem generellen Charme des Exotischen – auch Asien-Regionenfonds erfreuten sich zuletzt großer Beliebtheit – ist es vor allem das vermeintliche Aufholpotential asiatischer Immobilienaktien: Während europäische Titel (gemessen am jeweiligen FTSE/EPRA Nareit Index) seit Anfang 2000 kumuliert um 212 Prozent gestiegen sind, waren es in den USA 177 Prozent und global 141 Prozent. Der Anstieg in Asien fiel mit nur 69 Prozent dagegen äußerst bescheiden aus. „Im weltweiten Immobilienboom wurde Asien außen vor gelassen“, drückt es Chris Reilly, Fondsmanager des Henderson HF Asia-Pacific Property Equities, der seit Auflage im Oktober 2005 bereits ein Volumen von 409 Millionen US-Dollar erreicht hat, aus.

Trotz der guten Performance in den letzten 12 Monaten – der FTSE/EPRA Nareit Asia Index schnitt um 680 Basispunkte besser ab als globale Immoaktien – seien die Bewertungen weiter günstig. „Anhand des inneren Wertes notieren asiatische Immobilienaktien mit einem Discount. Zudem liegen deren Kurs-Gewinn-Verhältnisse unter dem historischen Durchschnitt“, so Reilly weiter.

REITs in Asien immer wichtiger

Zusätzliche Unterstützung sollte der Sektor durch die zunehmende Bedeutung von REITs (Real Estate Investment Trusts) in der Region erfahren: REITs gibt es in Australien zwar schon seit 1971, in Japan und Singapur jedoch erst seit vier Jahren. Neu dazu gekommen ist 2005 Hong Kong und in der Pipeline für die nächsten Jahre befindet sich Indien. Mittlerweile beträgt das Volumen der 50 rein asiatischer REITs 46 Mrd. US-Dollar. Ausgenommen davon ist Australien, der mit 74 Mrd. US-Dollar größte Markt im Pazifikraum.

Und allein 2005 sammelten REITs in Asien 13,6 Milliarden Dollar ein, zweieinhalbmal so viel als 2004. Heuer dürfte die Summe noch einmal höher ausfallen, so der Henderson-Experte.

Was sind REITs überhaupt?

REITs sind Immobilienunternehmen die über 75 Prozent ihrer Anlagen in Immobilien halten und über 90 Prozent des steuerbaren Einkommens an die Investoren ausschütten, dafür sind sie von der Körperschaftssteuer befreit. Neben den steuerlichen Vorteilen haben REITs eigene Investmentspezifika: Im Vergleich zu Immobilienaktien weisen REITs generell eine höhere Rendite bei einem niedrigeren Risikoprofil auf. Der Hauptgrund dafür liegt in den hohen Dividendenrenditen der Trusts, welche in den letzten Jahren Investoren zu bereits beachtlichen Renditen verholfen hat.

Welche Fonds liegen vorn?

Sowohl seit Jahresbeginn als auch seit Auflage am 3. Oktober 2005, erzielte der Henderson HF Asia-Pacific Property Equities die beste Performance aller Asien-Immobilienfonds:

Performance seit 3.10.2005 in Euro:

1. Henderson HF Asia-Pacific Property Equities: +13,6 Prozent

2. Amadeus Asian Real Estate Securities Fund: +13,5 Prozent

3. Morgan Stanley Asian Property: +13,3 Prozent

4. Credit Suisse Equity (Lux) Asian Property: +8,8 Prozent

5. SEB Real Estate Equity Asia-Pacific: n/a (Auflage erfolgte erst am 6.3.2006)

Den FTSE/EPRA Nareit Asia Index mit +15,9 Prozent schlug jedoch keiner der Fonds im Betrachtungszeitraum. Eine längerfristige bzw. risikoadjustierte Analyse ist aufgrund der kurzen Historie zudem nur beim Morgan Stanley Produkt möglich: Dieser von Angelina Ho in Singapur verwaltete Fonds erzielte seit Auflage im September 1997 eine jährliche Rendite von 1,9 Prozent bei einem relativ hohen Volatilität von 24 Prozent p.a.

Ausblick: 12-16 Prozent Performance p.a.

Nach den generellen Einbrüchen bei Aktien im Mai dieses Jahres, erwartet Henderson-Manager Reilly auf Sicht der nächsten 12 Monate USD-Renditen von 12-16 Prozent bei seinem Fonds. „Bei REITs, welche knapp etwas weniger als die Hälfte des Fonds ausmachen, sollten es rund 10 Prozent sein, bei herkömmlichen Immobilienaktien 14-18 Prozent“, prognostiziert der Brite. Zudem sei das zyklische Hoch des Sektors noch mindestens drei Jahre entfernt.

Fazit

Eine neue Assetklasse ist im Entstehen: Asiatische Immobilien erscheinen aus fundamentaler Sicht durchaus als interessant. Vor allem das Aufholpotential gegenüber Regionen wie USA oder Europa dürfte zusammen mit dem entstehenden Markt für REITs zukünftig Liquidität – nicht nur von institutioneller Seite - in diese Assetklasse lenken.

Alle Daten per 2.8.2006 in Euro (außer anders angegeben) / Quelle: Lipper

LINK: Die gesamte Analyse (inkl. Charts und Tabellen aller Fonds) finden Sie hier.

Die wichtigsten Infos zu Fondsinvestments finden Sie unter www.fonds1x1.com

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    foto: china
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