Niedrige Instinkte - Paparazzi sind eine Seuche

9. Oktober 2006, 15:08
9 Postings

Für die B- und C-Prominenz hingegen kann eine Abmachung mit einem Paparazzo durchaus einen Karriereschub bedeuten

Niedrige Instinkte Madonna beim Joggen. Die Gewinnerin der britischen Casting-Show Pop-Idol als gestrandeter Wal. Posh "Spice" Beckham bauchfrei am Snowboard. Was man vorher schon wusste, war nach der BBC-Doku Paparazzi - Jäger mit der Kamera auf VOX am Sonntagvormittag mehr als bestätigt: Paparazzi sind eine Seuche. Zumindest für richtige Promis. Für die B- und C-Prominenz hingegen kann eine Abmachung mit einem Paparazzo durchaus einen Karriereschub bedeuten. Vorausgesetzt, man ist sich für nichts zu gut. Für absolut gar nichts.

Ein BBC-Team begleitete Fotografen der auf des Menschen niedrige Instinkte spezialisierten Londoner Bildagentur Big Picture ein Jahr lang bei ihrer Arbeit und gab Einblick in die Verwertungsmaschinerie dahinter. Sie stellte Darryn Lyons vor, den Chef von Big Picture. Einen fetten kleinen Geldproleten mit rosarotem Irokesenschnitt und protziger Golduhr, der seine Bildreporter rund um den Erdball koordiniert und ihre Fotos sehr erfolgreich an die Revolverblätter dieser Welt verkauft.

Man sah also Teleobjektive aus Büschen am Strand auf Promis beim Baden zielen, frierende Fotografen beim Belagern der Beckham-Villa oder das Blitzlichtgewitter am roten Teppich bei den Filmfestspielen in Cannes. Der Originalton der Paparazzi legte dabei ihre Arbeitsmoral unschön offen. Sagen wir so: Jedes Veilchen, das so ein Paparazzo kassiert, ist im Weltverlauf ein Augenblick der Gerechtigkeit. Dass derlei Zwischenfälle ebenfalls vermarktet werden, relativiert ihn allerdings schon im selben Moment. (flu/DER STANDARD; Printausgabe, 7.8.2006)

Share if you care.