Was steckt hinter Schadenfreude?

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Aspekte eines teuflischen Vergnügens: Vom rätselhaften Antrieb, sich am Leid anderer zu erfreuen - bis zu kulturellen Unterschieden

Über eine durchaus interessante Gefühlsregung, zu der sich die wenigsten offen bekennen, auch wenn es sich dabei um die schönste Freude handeln soll, schreibt uns unsere Gewinnerin der Woche, Johanna F.:

"Stimmt es, dass es im Englischen kein Wort für Schadenfreude gab und dafür erst das deutsche Wort importiert werden musste? Bedeutet das, dass Englisch sprechende Menschen zuvor auch keine Schadenfreude empfinden konnten - und erst danach haben sie es gelernt? Ich meine: etwas Abstraktes kann doch nur 'existieren', wenn man es auch mit einem Wort bedenken kann, oder? Bzw. hätte man doch ein Wort gefunden, wenn es dazu einen Anlass gegeben hätte. Liegt hier ein kultureller Unterschied vor?

Und überhaupt: woher kommt eigentlich die Regung, sich am Leid anderer zu belustigen, wenn man selbst nichts davon hat? Mir geht es dabei gar nicht um den moralischen Zeigefinger. Ein Gefühl wie Neid könnte man z.B. auf den natürlichen Trieb, mehr nützliche Dinge zu besitzen, zurückführen. Aber worin liegt hier der Nutzen? Ist Schadenfreude gar keine natürliche Regung - oder gibt es auch schadenfrohe Tiere?" (red)

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