Anleger erwarten positive Entwicklung des ATX

2. Oktober 2006, 13:50
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Sparbücher und Fonds zählen laut Umfrage weiter zu den beliebtesten Anlageformen der Österreicher

Wien - "55 Prozent der Österreicher sind optimistisch in Bezug auf die Entwicklung des heimischen Aktienmarktes in den nächsten sechs Monaten", sagt Berndt May, Österreich-Chef von JPMorgan Asset Management. Das ist eines der Ergebnisse einer Studie, die Fessl-GfK in der ersten Juni-Hälfte für JPMorgan durchgeführt hat und die künftig vierteljährlich Aufschlüsse über das Anlageverhalten der Österreicher bringen soll.

Befragt wurden 1500 Frauen und Männern ab 15 Jahren: 29 Prozent der "bankfähigen" Österreicher besitzen demnach Wertpapiere. Gerade sie sind noch positiver für den heimischen Aktienmarkt eingestellt. Zehn Prozent halten für das zweite Halbjahr einen Aufwärtstrend am Wiener Aktienmarkt für "sehr wahrscheinlich", 49 Prozent tippen auf "wahrscheinlich", während nur 19 Prozent ein Plus für "unwahrscheinlich" und drei Prozent für "sehr unwahrscheinlich" halten.

Investor-Confidence-Gesamtindex

Diese Zahlen sind auch Grundlage für die Berechnung des Investor-Confidence-Gesamtindex. Auf einer Skala zwischen plus 20 (wenn 100 Prozent einen Anstieg für sehr wahrscheinlich hielten) und minus 20 (alle erwarten das Gegenteil) liegen die Österreicher im Europa-Vergleich mit 4,6 nur knapp hinter Deutschland (4,7).

Mit einem Wert von 6,7 sind die Schweizer äußerst positiv für ihren Heimmarkt eingestellt, während in Großbritannien mit einem Indexwert von minus 1,7 der Pessimismus deutlich überwiegt.

Weitere Veranlagungen geplant

Ob der positiven Erwartungen verwundert es kaum, dass 51 Prozent der bereits in Wertpapiere investierenden Österreicher weitere Veranlagungen planen. Das entspricht etwa 39 Prozent der Gesamtbevölkerung und bedeutet europaweit einen Spitzenwert. Zum Vergleich: In Deutschland sind 43 Prozent der Anleger weiter kaufinteressiert. In der an sich sehr optimistischen Schweiz planen nur 29 Prozent neue Investitionen.

Neben den traditionellen Sparbüchern sind Investmentfonds die beliebteste Anlagekategorie, gefolgt von Aktien. Anleihen sind weniger gefragt. Allerdings ist die Kategorie Investmentfonds nicht unterteilt, sodass hier Rentenfonds-Präferenzen nicht zum Ausdruck kommen.

In Österreich wurde die Studie erstmals durchgeführt. Für Deutschland liegen Referenzwerte vor. Diese zeigen, dass der Index mit dem Aktienindex DAX in der Tendenz ähnlich verläuft. (Nikolaus Dolenz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.7.2006)

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