"Smart Field Hockey": IT-Programme für den Sport

13. August 2006, 14:48
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Zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten auch in anderen Bereichen

Das vom Mailänder Polytechnikum, der Universität Bicocca Milano, der Università di Studi Milano und der Landesregierung der Lombardei sowie mehreren Privatfirmen gegründete Forschungskonsortium Cefriel hat eine Reihe von speziell für Sportveranstaltungen entwickelten IT-Anwendungen vorgestellt. Den Anstoß gegeben hatte das Organisationskomite der Olympischen Winterspiele in Turin, das einen Ideenwettbewerb zur Umsetzung innovativer Technologien im Sport veranstaltete.

Auswahl

Ausgewählt wurden vier Projekte, die zusammen mit dem Mailänder IT-Unternehmen Exemia erarbeitet worden waren. Allen voran "Smart Field Hockey", bei dem mit Hilfe von an Spielern und Puck angebrachten RFID-Sensoren (Radio Frequency Identification) eine Eishockeypartie in allen Einzelheiten digital zurückverfolgt werden kann. "Das Verfahren ist nicht nur für die berichtenden Medien, sondern auch für Spieler und Trainer von großem Nutzen", bestätigt der Hauptgeschäftsführer Alfonso Fuggetta. "Anhand einer eingehenden Studie von Spielsituationen kann die Teamleistung nachhaltig verbessert werden. Wir haben deshalb bereits zahlreiche Anfragen aus dem Fußballsport vorliegen."

RFID

Ein weiteres mit RFID-Technologie unterstütztes Verfahren ist "Mentor Me", über das beispielsweise Kinder oder Kranke selbst in einem voll besetzten Stadion leicht geortet werden können. "Als mögliche Anwender kommen auch die Betreiber von Vergnügungsparks und Feriendörfern in Betracht", so Fuggetta. Zur Bildung von Internet-Comunities in Realzeit hingegen können sich die Fans von Mannschaften anhand des "Free Sport"-Programms bedienen. Eine auch über den Sport hinausgehende Anwendung ist die zusammen mit der Ten Cube aus Singapur entwickelte "Shoot and Play": Sie ermöglicht das Handy-Fotografieren unter Erstellung von Files, die technische Informationen zu dem aufgenommenen Objekt enthalten. Es wird bereits mit potenziellen Abnehmern verhandelt.

Ideen

Wie der Cefriel-Hauptgeschäftsführer Alfonso Fuggetta erklärte, fehlt es in Italien kaum an Ideen für nützliche IT-Anwendungen. Allerdings müssten beide an der Umsetzung beteiligten Seiten mit mehr Verständnis für die andere an die Problemstellung herangehen. "Die Forscher sind überwiegend der Meinung, dass mit der Ideenfindung schon der Großteil der Arbeit getan ist. Die Industrie hingegen schreckt oft beim Fehlen praktischer Vorgaben vor einer längeren Implementierungsdauer zurück". Die 1988 als Genossenschaft mit beschränkter Haftung für den Technologietransfer gegründete Cefriel mit Sitz in Mailand verfügt über ein Team von 300 Wissenschaftlern und Fachleuten. Seit einigen Jahren ist sie Herausgeberin der hauseigenen "Innovation Gazette". (pte)

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