Jó napot kívánok

Karin Bauer
8. August 2006, 14:28

Das richtige Verhalten für Geschäftserfolg in Ungarn

Österreich und Ungarn verbindet die gemeinsame Vergangenheit. Dennoch gibt es feine Unterschiede im Business Behaviour der zwei Länder, auf die der österreichische Geschäftsmann achten muss, wenn er erfolgreiche und nachhaltige Geschäfte mit dem östlichen Nachbarn abschließen will.
  • Geschäftssprache
    Ungarischkenntnisse werden nicht erwartet. Fremdsprachen werden gesprochen, viele junge Ungarn sprechen Englisch oder Deutsch. Dennoch abklären ob ein Dolmetscher gebraucht wird. Ungarn wissen, dass die ungarische Sprache nicht leicht zu erlernen ist. Man kann die Sympathie der Ungarn gewinnen, indem man ein paar Ausdrücke wie etwa Jó napot kívánok! (Guten Tag) oder Köszönöm szépen! (Danke schön) verwendet.
  • Grüßen und Begrüßen
    Pünktlichkeit wird erwartet. Die Reihenfolge ist gleich wie in Österreich: Nicken, Grüßen, Vorstellen, Händedrücken. Ein entschlossener Händedruck mit Augenkontakt ist hier entscheidend. Kuss und Umarmung ist das Privileg der guten Freunde oder Familienmitglieder und ist im Geschäftsleben unüblich. Besonders unhöflich ist, jemanden nicht oder zweimal zu begrüßen.'

Die Ungarn stellen sich in umgekehrter Reihenfolge vor: dem Nachnamen folgt der Vorname. Wenn sich jemand als Gábor Miklós vorstellt, sollte man ihn als Herr Gábor ansprechen.

  • Verhandlungstaktik
    Die Ungarn sind ein stolzes Volk, dennoch sensibel und leicht verletzbar. Übertrieben selbstbewusstes Auftreten kann als Arroganz, Belehrung als Besserwisserei verstanden werden und auf Widerstand stoßen. Ungarn wollen als gleichwertige Partner auf der gleichen Augenhöhe behandelt werden.

Bei Verhandlungen mit Regierungsbeamten ist angemessene Ehrerbietung, Zurückhaltung und Vermeidung von lässigem westlichen Benehmen besonders zielführend. Höfliches Benehmen und der richtige Tonfall kann wahre Wunder bewirken. Nein zu sagen oder jemandem zu widersprechen ist für Ungarn unhöflich - ein Nein wird oft sogar ganz bewusst vermieden. Kein Ja kann durchaus als Nein interpretiert werden, aber auch als "noch nicht entschieden". (Agata Danis, Der Standard, Printausgabe 5./6.8.2006)

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9 Postings
hát nagyon jó

ich als gebürtiger österreicher, der die sprache erst in der schule gelernt hat, hab vlt nicht 100%ige kenntnis der ungarischen mentalität.
aber die ungarn, die ich kenne, würde ich 100%ig so einschätzen.

hajra magyarok!

Die Ungarn stellen sich in umgekehrter Reihenfolge vor

Das erinnert mich an die Vorstellrunden in der Volksschule:
Der Pichler Gerhard bin i. Und i bin die Tomaschek Susi. Und wer bist du? Der Jiral Franzi. Und des is mei Haberer, der Nagy Hannes.
Ob solche Nennung (bin 1961er Einschulungsjahrgang) damals noch ein Relikt aus der Monarchie war? Debreziner isst heute ja auch keiner mehr, oder einen Pusztasalat.

Die Ungarn sind ein nicht unwitziges Völkchen.

Die ungarische Sprache ist für Leute aus der indo-germanischen Sprachfamilie leider kaum zu erlernen.

Macaristan bilmiyorum :-(

"Übertrieben selbstbewusstes Auftreten kann als Arroganz, Belehrung als Besserwisserei verstanden werden und auf Widerstand stoßen."

gut, das ist aber hier bei uns, wie zB jeder Amerikaner sofort erkennt, genauso .....

Ich nehme stark an - obwohl ich es nicht empirisch beweisen kann - dass arrogantes Auftreten ausländischer Manager/Investoren in keinem Land sehr geschätzt wird.

Und ich finde, das ist gut so.

Ich habe einmal erlebt wie ein so ein steifer Deutscher nach Ungarn kam und sich präsentierte. Die Ungarn und ich mußten hinter seinem Rücken lachen so komisch war das ...

Der Inhalt dieses Artikels

ist voll zu bestätigen.

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