Callcenter-Betreiber drohen mit Abzug von 10.000 Jobs aus Österreich

Redaktion, 14. August 2006, 11:18

Geplante Sozialpartner-Vereinbarung über Anstellung freier Dienstnehmer unter Beschuss - GPA will sich nicht unter Druck setzen lassen

Wien - Die österreichischen Callcenter-Betreiber drohen wegen einer geplanten Vereinbarung, wonach normal beschäftigte Mitarbeiter künftig angestellt werden müssen, mit dem Abzug von tausenden Arbeitsplätzen aus Österreich. Von 30.000 Call-Center-Jobs in Österreich dürften 10.000 ins Ausland verlagert werden, sagte Thomas Kloibhofer, Chef des Unternehmens Competence Call Centers (CCC), in einem Interview mit der "Presse" (Freitagausgabe).

Die Sozialpartner verhandeln seit Ende Juni über eine solche Vereinbarung. Laut Gewerkschaft hat die österreichische Callcenter-Branche rund 10.000 freie Mitarbeiter, wovon rund 8.000 wie Angestellte beschäftigt seien sollen. Im Gegensatz zu Angestellten gelten sie jedoch als freie Dienstnehmer und haben weder Arbeitslosenversicherung noch Mindestlöhne. Wirtschaftskammer und Gewerkschaft haben angekündigt, für Arbeitnehmer und Arbeitgeber weitgehende Rechtssicherheit schaffen zu wollen.

Nicht unter Druck setzen lassen

Die Gewerkschaft privater Angestellter (GPA) will sich von der Drohung nicht unter Druck setzen lassen. "Es ist befremdend, wie Unternehmen versuchen, arbeits- und sozialrechtliche Standards zu umgehen und Kosten zu Lasten der Beschäftigten einzusparen", teilte der stellvertretende GPA-Bundesgeschäftsführer Karl Proyer heute, Freitag, in einer Presseaussendung mit.

"Wichtig ist die soziale Absicherung der vielen Beschäftigten in Call-Centern, denen jetzt eine Arbeitslosenversicherung und die Absicherung bei Krankheit fehlen", so Proyer weiter. Vor allem in externen Call-Centern würden viele Beschäftigte nicht angestellt, "sondern nur als freie Dienstnehmer engagiert unter dem Deckmantel der Flexibilität", so Proyer. Für die so genannten 'Freien' hingegen bedeute Flexibilität Anpassungsfähigkeit an die Bedürfnisse der Unternehmen, keine existenzielle Absicherung bei Krankheit oder Arbeitslosigkeit und eine unsichere und prekäre Einkommenssituation. Die GPA hat gefordert, Mitarbeiter künftig normal einzustellen.

Flächendeckende Prüfung

Mittlerweile wird die Call-Center-Branche auch durch die Gebietskrankenkassen flächendeckend geprüft. "Die GPA ist bereit vernünftige flexible Regelungen für die Call-Center-Agents mit den Arbeitgebern abzuschließen", so Proyer. Ziel ist auch der Abschluss eines Kollektivvertrages für Beschäftigte in Call-Centern. Im Frühjahr 2006 wurde eine Offensive zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Call-Centern gestartet.

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Thomas Jones
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Aiesec noch schlimmer als CC

Die sich selbst als Studenten Austauschorganisation bezeichnende Lohndumping Mafia namens Aiesec vermittelt StudentInnen, sehr gerne aus Niedriglohnländern, an österreichische Firmen unter Umgehung aller Kollektivverträge. Die ArbeitnehmerInnen verdienen zwischen 600,- und 750,- € Brutto für 40 h in der Telekom Branche (KV Mindestlohn 1093,-). Das funktioniert natürlich nur mit einem Freunderl-Abkommen mit dem AMS (beweisbar) unter Behauptung, dass es sich um Ferialpraxis handelt (min. 12-18 Monate). Wenn ich könnte, würde ich diesen antisozialen Subjekten so gerne das Handwerk legen, aber leider ist mir noch nix eingefallen...

krokokater
 
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...wie das mit Indien wirklich funktioniert

http://www.callcentermovie.com/movie/movie.html

agathe
01
und tschüss!

und für alle anderen die drohen gilt das selbe.

Finanzier
 
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Arbeitslose, Notstandshilfeempfänger, Sozialhilfempfänger, Ausgleichrentner usw. leben sozusagen alle im offenem Strafvollzug. Und der macht krank; jeder Zehnte ist davon betroffen. Das ständige Schielen und Hoffen auf Wirtschaftswachstum muss vorbei sein. Marxs & Engels waren seinerzeit die Antwort auf die Ausbeuterei der herrschenden Klasse, jetzt ist neuerlich eine Antwort gefragt. Eine gut durchdachte, schrittweise Einführung des GE könnte die Antwort sein.
Buch ISBN: 3-7725-1789-7 "Ein Grund für die Zukunft: das bedingungslose Grundeinkommen". 5€.

freundfischer
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deutsch-indischen support gibt es.

das amerik. management einer der weltweit größten elektronikkonzerne hatte für ein 30 millionen dollar projekt geld sparen wollen indem es deutschen support nach indien auslagert.

für die deutschen übersetzungen war ein amerikanischer-türke der ein jahr in deutschland war zuständig, weil man kein visum für einen anständigen deutschsprachigen zahlen wollte

das konkurenzprodukt mit ausgezeichnetem support und übersetzungen war ein megaerfolg.

das produkt mit dem indischen:ihr könnt es euch denken.

meine kollegen und ich hatten spass die foren durchzulesen als sich kunden fragten in welcher sprache man mit dem unfähigen support für das schrottprodukt sprechen muss. deutsch, englisch:nichts geht

Jambala Magdalena
40
Die Leute

arbeiten ja wohl freiwillig, also wird es so schlecht nicht sein. Es rächt sich, dass Österreich keine Versicherungspflicht hat, sondern an dem starren System festhält, dadurch entgehen viele Versicherungsbeiträge.

fm4fan
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na und?

Das will ich mal sehen. Ist sicher lustig, wenn man auf Englisch mit indischem Akzent bedient wird. Ob das den Service erhöhen wird, möchte ich mal stark anzweifeln.

BinKritisch
00

Für schlechtbezahlte Callcenter-Arbeitsplätze gibt es vermutlich kein Konkurrenz.
Für lukrativere Geschäfte, werden Inder scharenweise ein Jahr lang auf Deutsch-Intensivkurs geschickt.
Ihre Ausbildung - z.B. SAP - ist übrigens excellent!

merkur und mars
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grossprüfungen

ich finde es ist zeit für arbeitsrechtliche großprüfungen.
mit abzug zu drohen ist das eine. für die bisherige arbeitsrechtliche aushöhlung gerade zu stehen, das andere!
also prüft endlich ccc, mastermanagement, telebiz etc.
und natürlich ifes, gallup, ogm und denstandard-aboservice ;-)

merkur und mars
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erinnert mich an englische fabriksbetreiber des 19. jh.

tatsächlich ist der abbau von 10.000 prekariatsverhältnissen eine riesenchance für die betroffenen, zumal die fluktuation sowie riesig ist und viele den job eh nur ein paar wochen machen!! 10.000 durchlaufposten zu streichen tut keinem weh, aber studentenjobs wirds immer geben und dann mit mehr sicherheit für alle.
bin schon gespannt was a1, one und co. machen, ob sie wieder insourcen oder ins ausland verlagern. man könnte ja die lizenzverlängerung an die bedingung knüpfen, dass arbeitsplätze nicht verlagert werden dürfen.

Großmaul
01
Das wär aber hart,

wenn einem dann niemand mehr am Telefon belästigen und anjammern würd, dass er dann seinen Job verlieren würde, wenn man demjenigen nicht all seine persönlichen Daten und Gewohnheiten anvertrauen würd oder zumindest was abkaufen oder eine Party buchen. Die lassen eh die armen Mitarbeiter für weniger als einen Hungerlohn in stinkigen Großraumbüros hackeln und zahlen meist eh nur Erfolgsprämien oder schmeissen jeden raus, der nicht erfolgreich genug belästigt.

Management Quatscher
01
Liebe Prüfer der Gebietskrankenkassen

Ich ersuche die Prüfer der Gebietskrankenkassen einmal bei diesen dubiosen Firmen vorbeizuschauen.

Hier liegen keine freien Dienstverträge oder Werkverträge vor, sondern ganz normale Dienstverträge für die auch in vollem Umfang Sozialversicherungsbeiträge abzuführen sind.

Die Überschrift über einen Vertrag ist nicht maßgeblich für die rechtliche Beurteilung.

Die hinterzogenen Sozialversicherungsbeiträge sind nachzuzahlen.

Eine persönliche Haftung der Geschäftsführer für die SV-Beiträge ist wegen Verletzung von Schutznormen zu prüfen.

Großmaul
00
vor allem stellt sich die Frage

wer dann bei Fortsetzen dieses Unsinns die Sozialhilfe der alternden atypisch Beschäftigten ohne Pensionsanspruch etc. bezahlt und wer die Sozialhilfe bezahlt, wenn einer von den atypisch beschäftigten krank wird. Es schadet also nicht, wenn diese Probleme abwandern. Und so ernst zu nehmen ist die Drohung nicht: ruft uns dann irgendwer aus irgendwo in irgendeiner Sprache an, um uns Unfug zu verkaufen oder auszuhorchen oder uns in einer Servicehotline Infos zu geben - vergeßt den Schmarrn ganz einfach. Sollns zusperren - nur gut für uns alle.

Management Quatscher
00

Diese dubiosen Callcenter haben nur die Funktion mittels unterbezahlter und sozial nicht abgesicherter Arbeitskräfte Kunden für unnötige Produkte und Dienstleistungen zu keilen.

Früher gab es ein Kundencenter mit einigermaßen geschulten TelefonistInnen.

Heute gibt es ungeschulte und unterbezahlte "Call Center Agents"

xxx
01

"Es ist befremdend, wie Unternehmen versuchen, arbeits- und sozialrechtliche Standards zu umgehen und Kosten zu Lasten der Beschäftigten einzusparen" teilte der stellvertretende GPA Bundesgeschäfts-führer Karl Proyer mit.

nachdem zb. beim meinungsforschungsinstitut ifes, welches zu 2/3 dem ögb gehört, hunderte von freien dienstnehmern "beschäftigt" sind, wundert es nicht, daß die gewerkschaft hier in den letzten jahren nicht aktiv werden wollte.

das jetzige empörte getue der roten ist unglaubwürdig bis lächerlich.


Großmaul
00
Ja, ja

hab auch schon die Erfahrung gemacht, dass wo sozialistisch drauf steht, unsozial drin ist - fast die selbe Mogelpackung wie Freiheitlich und BZÖ. Das mit den Interviewern ist die selbe Frechheit auch beim sozialistischen bzw. gewerkschaftlichen Institut - aber man kann leicht Arbeitnehmer vertreten, solange es nicht die eigenen sind - mit denen möchte man bitte schön so unsozial wie möglich verfahren dürfen und warum sollte man für die auch noch ganze Sozialversicherung bezahlen, wenn sie alt sind, sollens verhungern, müssen eh fast umsonst arbeiten, weils kein Arbeitslosengeld kriegen und daher ans Unternehmen gebunden sind. Während die andern hackeln transferiert man deren hart für die Pension erspartes in die Karibik - soziales Österr.

das nicht immer ernst zu nehmende posting
01
2

arbeitsplätze in *dieser* form sind wirklich entbehrlich und auch wenn gewerkschaften derzeit ein schweres los haben, von *solchen* ehrenwerten herrschaften brauchen sie sich nicht einschüchtern lassen!

johann plattner1
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das nur ein hype mit den call centern

Call Center Branche ist eine Branche ohne jede Wurzel, einfach nur ein hype, wie der Internet-Hype Ende der 90er. Es wird Zeit, dass man diesem Schwachsinn, dank ÖBG und AK, eine rasches Ende bereitet. Ich kenne niemanden unter meinen Bekannten, die als Kunden erfreut sind darüber, wieder mal von einem Call Center Mitarbeiter abgeblockt worden zu sein. Das ganze Outsourcing ist ja auch blanker Unsinn, jetzt sind wir bereits in Indien und das nächste Mal am Mars oder wo ... Welche Strategie steckt dahinter?

Management Quatscher
02

Völlig richtig.

Die Callcenterei ist einfach nur künstlich gehypter Zeitgeistmist ohne Wert ohne Sinn ohne Wertschöpfung.

Noch immer gibt es aber Dodeln, die den Callcenter-Unsinn samt den nicht existenzsichernden Arbeitsplätzen ohne jegliche soziale Absicherung als "große Chance" und das "Modell der Zukunft" in einer "wissenbasierten Dienstleistungsgesellschaft" preisen.

Das volkswirtschaftliche Veständnis der Dodeln sieht so aus: Wir leben vom uns gegenseitigen Anrufen im Call-Center.

johann plattner1
00
Gott sei Dank! Die Call Center schließen wieder.

Call Center sind überhaupt dermaßen überflüssig, sodass ich jede Schließung nur begrüßen kann. Den Mitarbeitern wird keine Ausbildung geboten - sie werden mit NullInformation auf die Kunden am anderen Ende des Telefons losgelassen, haben daher Null-Plan von gar nix usw. Ich bin zutiefst Call Center geschädigt. Also geht bitte Call Center Betreiber dorthin wo der sprichwörtliche Knoblauch - eh Pfeffer wächst. Die einzigen Nutzniesser sind öffentliche Stellen und Großunternehmen, die qualifizierte Mitarbeiter abbauen und durch unausgebildete Callcenter Mitarbeiter ersetzen.

Ludovico Settembrini
00

hier in usa sind die meisten callcenter schon längst nach indien ausgesourced, auch im hightech bereich.

dakila dakila
01
Ich gehe davon aus, dass eine Regierung, die hier soziale Zustände schaffen bzw. beibehalten will, Möglichkeiten zur entsprechenden Rechtsgestaltung hätte.

Hätte - denn die derzeitige Regierung vertritt ja eher die gegenteiligen Interessen.

Solange so viele Leute ihre Wahlentscheidung ohne entsprechende Hintergrundinformation treffen und damit den Bock zum Gärtner machen, wird sich unsere Lage wohl weiter verschlechtern.

le geres
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das ccc überhaupt

hab mal bei denen gearbeitet und bin schlecht auf die zu sprechen.

grundsätzlich sollten uns wir darüber klar sein, dass die kosten für die versicherung der leute irgendwer bezahlen muss. nur keiner will: die callcenter fürchten darum, dass es sich für so manches unternehmen dann nicht mehr auszahlt, den support auszulagern. die unternehmen schauen einfach auf das billigste angebot. und die leute am telefon haben im endeffekt weniger geld.

aber in einigen jahren weinen die unternehmen, die jetzt um jeden preis einsparen wollen, wenn die wertschöpfung ins ausland geht und die wirtschaft mangels nachfrage langsamer wächst.

wasch mir den pelz aber mach mich nicht nass, das ist der grundgedanke.

De-Eskalation !
70
Die Gewerkschaften machen also munter weiter,

Österreich zu schädigen !

Ist das schon die Politik der verbrannten Erde, weil ihre Zeit ohnehin abgelaufen ist ?

Oder will man mit Gewalt Arbeitslose produzieren ?
Die werden aber nicht rot sondern blau wählen !!

m-h
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Also wer hier wen schädigt, haben Sie noch nicht so ganz mitbekommen.

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