Präsident Morales startet Agrarreform

Redaktion, 02. Oktober 2006 15:30

Nicht genutzte Ländereien sollen enteignet werden

La Paz - Boliviens Präsident Evo Morales hat rund sechs Monate nach seinem Amtsantritt eine versprochene Agrarreform offiziell in Gang gesetzt. Er übergab in der Gemeinde Ucurena, wo vor 53 Jahren die erste Bodenreform des Landes begann, mehrere Traktoren an soziale Organisationen zur Weitergabe an Bauern.

Der linksgerichtete indio-stämmige Präsident forderte außerdem das Parlament auf, einen Gesetzentwurf zur Enteignung von wirtschaftlich nicht genutzten Grundstücken zu billigen. Morales will Land neuverteilen und dabei besonders die seit Jahrzehnten benachteiligten Frauen berücksichtigen.

Die Reform richtet sich vor allem gegen die Elite im Osten des Landes. Dort gibt es die größten Landgüter und die meisten wirtschaftlich nicht genutzten Ländereien. Zu Amtsbeginn hatte der 46-jährige Staatschef den Erdöl- und Erdgassektor des Landes verstaatlicht und damit auch international heftige Kritik ausgelöst.

Bolivien gilt als "Armenhaus" Südamerikas. Von den rund neun Millionen Einwohnern leben 3,5 Millionen auf dem Land. Mindestens 80 Prozent dieser 3,5 Millionen gelten als arm. Die meisten von ihnen verdienen nur ein paar Hundert Euro im Jahr. (APA/dpa)

Emma Maier
30.09.2006 14:25
Adelante, Evo!

Habe Evo beim Alternativengipfel in Wien sprechen gehört und war sehr beeindruckt - die besten Wünsche für die Agrar- und Bildungsreform für das bolivianische Volk!

Aladins Wunderschlampe
04.08.2006 09:43
Entwicklungskommunismus

Leopold Kohr beschreibt in einem seiner Aufsätze die Möglichkeiten (kleiner) Volksgemeinschaften... der Schritt der Verstaatlichung (als Übergangslösung) hat unter diesem Licht eine besondere Bedeutung und macht Sinn - klar, daß das heftige Reaktionen auslöst - plötzlich tritt ein Staat den global organisierten Firmen entgegen... Morales scheint auf einem gangbaren Weg

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