Eine Chance für SonderschülerInnen am Arbeitsmarkt

25. Jänner 2007, 15:22
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Jugendlichen mit Lernbehinderungen wird durch die "Jobfabrik" ein erster Einstieg in die Arbeitswelt mit einer Übungsfirma

"Jugend in die Wirtschaft" heißt es bei der Jobfabrik. Jugendliche von fünfzehn bis neunzehn Jahren mit Lernbehinderungen oder Entwicklungsrückständen bekommen hier eine Chance: Das Projekt knüpft nicht an die schulische Karriere an, sondern bietet einen Einstieg ins Berufsleben mit praktischer Berufserfahrung.

Jugendlichen eine Chance geben

"Aus beraterischer Erfahrung mit Sonderschul-AbgängerInnen zeigte sich, dass es für die Jugendlichen viel zu wenig Angebote am Arbeitsmarkt gab", informiert Verena Buxbaum, Betriebsleiterin der Jobfabrik. Gleichzeitig sei das Bundessozialamt für Wien, Niederösterreich und Burgenland an der Schaffung einer Präventionsmaßnahme interessiert gewesen. Im September 1997 startete die Jobfabrik schließlich – mit fünf Angestellten und zwölf Jugendlichen.

Übungsfirma

"In der Zwischenzeit hat das Projekt fünf Arbeitsprojekte, drei Firmenkooperationen, fünfzehn Schlüsselkräfte, ungefähr zehn Honorar-Lernbetreuer, fünfzig Jugendliche in Betreuung und zwanzig Jugendliche in Nachbetreuung", fasst Buxbaum zusammen. "Die Jobfabrik versteht sich als Übungsfirma, die Jugendlichen lernen den Bezug zur Arbeit kennen: Sie berechnen zum Beispiel den mit ihrer Arbeit erzielten Umsatz selbst und lernen feste Arbeitszeiten kennen", so Buxbaum.

Förderung von Arbeitslosen

Die Jobfabrik ist ein Betrieb der Volkshilfe Beschäftigungsinitiativen. Diese wurden mit dem Ziel gegründet, Menschen zu fördern, die aus verschiedenen Gründen nicht den Einstieg ins Arbeitsleben schaffen, oder schon länger nicht mehr im Arbeitsprozess standen. Finanziert wird die Jobfabrik vom Bundessozialamt Wien, aus Mitteln der Beschäftigungsoffensive der österreichischen Regierung und des Europäischen Sozialfonds Österreich (ESF).

Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und Arbeitswille

Die Jugendlichen arbeiten zum Beispiel im Catering und in der Küche, helfen bei Renovierungsarbeiten, machen Reparaturen, Regalbetreuung bei Spar, "training on the job" bei McDonalds in der Altmannsdorferstraße und sind als Reinigungskraft tätig. Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und Arbeitswille stehen dabei im Vordergrund.

Lernbetreuung, psychologische und soziale Unterstützung

Neben der praktischen Berufserfahrung gibt es in Zusammenarbeit mit dem Integrativen Bildungsverein auch Lernbetreuung im Umfang von vier bis fünf Wochenstunden. Sozialarbeiterische Betreuung hilft außerdem bei Amtswegen, Arztbesuchen und familiären Konflikten. Außerdem haben die Jugendlichen die Möglichkeit in Gruppen vierzehn Tage lang ihr Arbeitsumfeld zu reflektieren und Lösungsstrategien zu entwickeln. Nach Bedarf können auch Einzelgespräche in Anspruch genommen werden.

Gute Vermittlungsquote

Teilnahmeberechtigt an der Jobfabrik ist jeder mit einem Sonderschulzeugnis, die Jugendlichen können maximal zwei Jahre bleiben. Die Teilnahme lohnt sich: Die Vermittlungsquote beträgt laut Bundessozialamt 90 Prozent. (jus)

Nähere Informationen

Jobfabrik

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    foto: jobfabrik
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