"Wie sieht die Zukunft in deinem Europa aus?"

12. Februar 2007, 12:28
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Jugendliche erzählten im Rahmen von "Europe for a Change", was die EU für sie bedeutet und erreichten damit 35 Millionen Menschen

Was hat die EU-Erweiterung gebracht? Während viele Erwachsene und Politiker sich diese Frage des Öfteren stellen, wird auf die Meinung der Jungen vergessen. Das Projekt "Europe for a Change" hat sich deshalb Jugendlichen gewidmet, die eine Meinung haben und diese auch äußern wollen.

Auserwählte

Ausgewählt wurden 27 Jugendliche aus 19 Ländern, die bei einem Contest beweisen mussten, wie wichtig ihnen das Thema EU ist. Die FinalistInnen wurden anschließend von Oktober 2005 bis Mai 2006 vom Projektteam begleitet. "Unsere Absicht war es, die Vielfalt an Meinungen zu sammeln und öffentlich zu machen", sagt Projektleiterin Gabi Haslinger über "Europe for a Change II". Im ersten Teil von "Europe for a Change" habe man sich 2003/04 mit den Erwartungen an die Erweiterung befasst, nun seien die Reaktionen gefragt.

Veränderungen und Wünsche

"Hat sich dein Leben seit der EU-Erweiterung verändert? Haben sich deine Wünsche, Hoffnungen und Träume erfüllt? Wie siehst du jetzt die Zukunft von deinem Stück Europa?", wollte Haslinger mit ihrem Team von den Jugendlichen erfahren. Mit sieben weiteren TeammitarbeiterInnen gestaltete sie Radio und Fernsehbeiträge und Präsentationen an Schulen, um die Gedanken der Jugendlichen an die Öffentlichkeit zu bringen.

Die wichtigste Plattform stellte allerdings die Website von "Europe for a Change" dar. Hier äußerten sich die 27 jungen EuropäerInnen selbst in ihren Weblogs. Interessierte konnten so mehr über das Projekt erfahren und mit den Jugendlichen kommunizieren.

Vielfältige Meinungen

Die Ansichten der Befragten sind vielfältig: "Die Erweiterung ist eine natürliche Entwicklung", meint die 21-jährige Christina aus Österreich. "Die neuen Mitglieder sind noch immer wie entfernte Brüder", sagt Diana, 23, aus Portugal. Ines aus Lettland hat der Beitritt zur EU ein Studium in Großbritannien ermöglicht. Maartje aus den Niederlande meint: "Reiche und arme Ländern sollten innerhalb der EU die gleiche Stellung haben."

Erwartungen übertroffen

"Insgesamt haben wir mit unserem Projekt 35 Millionen Leute in 24 EU- und vier Nicht-EU-Staaten erreicht", so Haslinger. Da das Projekt von der EU gefördert wurde, wurden laut der Projektleiterin die Reichweiten in den jeweiligen Ländern dokumentiert. Schon allein durch Zeitungsberichte habe man 12 Millionen Menschen erreicht. Erwartet habe sich das Projektteam im Vorfeld nur 13 Millionen.

Frieden am wichtigsten

Frieden hat nicht nur für die 27 auserwählten, sondern auch für über 7000 andere Jugendliche den höchsten Stellenwert. Beim Online-Voting ernannten sie außerdem Freiheit und Bildung zu wichtigen Themen der EU. Obwohl "Europe for a Change" seit Mai abgeschlossen ist, diskutieren die Beteiligten noch weiter und nützen ihre Weblogs, um über Eindrücke von anderen Ländern zu berichten.

Dass das Projekt fortgesetzt wird, kann sich Haslinger durchaus vorstellen, "wenn die EU weiterhin Interesse an der Meinung der Jugendlichen zeigt." Die nächste Erweiterung könne schon ein Anlass sein, "Europe for a Change" zu wiederholen und Jugendliche sprechen zu lassen. (lis)

  • 27 junge EuropäerInnen bekamen die Chance, ihre Meinungen und Wünsche an die Öffentlichkeit zu tragen.
    foto: europe for a change

    27 junge EuropäerInnen bekamen die Chance, ihre Meinungen und Wünsche an die Öffentlichkeit zu tragen.

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