Mautner-Markhof droht "Senf-Krieg"

31. August 2006, 15:57
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Die bayrische Develey will die Rückkehr der Familie Mautner Markhof ins Senfgeschäft mit allen Mitteln vor Gericht bekämpfen und droht bereits mit umfangreichen Klagen

Wien - Der Plan der österreichischen Industriellenfamilie Mautner Markhof, wieder groß ins Senfgeschäft einzusteigen, sorgt weiter für Wirbel. Die Mautner Markhof AG hatte 2002 ihre Senf- und Essig-Produktion inklusive der Markenrechte für "Kremser Senf" und "Hesperiden Essig" an die bayrische Develey verkauft, und diese will sich - wie berichtet - die neue Konkurrenz nicht bieten lassen.

"Die Wortmarke 'Mautner' haben wir europaweit schützen lassen. Auch der liebe Manfred Leo (Mautner Markhof) darf sie nicht verwenden. Wenn er das macht, dann klagen wir ihn durch alle Instanzen", wird Develey-Boss Michael Durach Magazin "Format" (Freitag) zitiert. Seiner Meinung nach halte es Manfred Leo Mautner Markhof nicht aus, dass das Unternehmen an Develey verkauft wurde. "Er versucht uns nachträglich über den Tisch zu ziehen. Das lassen wir uns sicher nicht gefallen", so Durach.

Investitionen

Laut "Format" hatten die Bayern vor viereinhalb Jahren 14 Millionen Euro für die Senf- und Essigproduktion samt 100 Mautner Markhof-Marken bezahlt. Weiters wurden laut Develey zehn Millionen Euro in den Standort Wien und neue Produkte investiert. Damit seien 150 Arbeitsplätze gesichert worden. "Bevor wir im Jahr 2002 übernahmen, stand das Unternehmen vor dem Aus", so Durach und wirft die Frage auf: "Was hat Manfred Leo gemacht? Er hat die Produktion von Hefe und Backmitteln ins Ausland verlagert und dabei 170 Mitarbeiter abgebaut."

Der Österreicher pocht laut "Format" jedenfalls weiterhin auf Markenrechte. "Niemand darf mir meinen Namen verbieten, das wäre ja noch schöner", so Manfred Leo Mautner Markhof. Er betonte, er besitze die Rechte für die Marke "Mautner". Seiner Ansicht nach hatte Develey bei den Verkaufsverhandlungen den Markennamen übersehen. "Die sollen nicht wehleidig sein und dazu stehen", wird der Österreicher zitiert.

"Mautner's Original Wiener Würstelsenf"

Manfred Leo Mautner Markhof hatte vergangene Woche angekündigt, ab Herbst in Österreich "Mautner's Original Wiener Würstelsenf" zu verkaufen. Gestartet werde mit "Estragon"- und "Kremser"-Senf sowie einer Luxusproduktlinie mit der Submarke "Albatros". Der Ex-Banker (52) hatte vom früheren "Clanchef" und ehemaligen FPÖ-Politiker Georg Mautner Markhof (78) Ende 2004 das Ruder im Familienkonzern übernommen. Schon dabei kündigte er an, dass das Unternehmen die Geschäftsaktivitäten wieder ausweiten werde. (APA)

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    foto: standard/andy urban
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